Die Fakultät Wirtschaftswissenschaften der Saar-Uni will wieder einen Diplomstudiengang Betriebswirtschaftslehre einführen. Begründung: Der neue Bachelor-Abschluss sei bei potentiellen Arbeitgebern unbeliebt. Die Uni-Leitung gibt dem Vorstoß keine Chance.
(Veröffentlicht am 21.12.2010)
Saarbrücken. Elf Jahre ist es her, dass die Länder Europas dem in die Jahre gekommenen Hochschulabschluss Diplom den Laufpass gegeben und durch den modernen Master ersetzt haben. Seitdem versuchen zwar alle Hochschulen in Deutschland die sogenannte Bologna-Reform zum Erfolg zu tragen. Doch nicht alle können sich mit ihr anfreunden. Seit Jahren macht beispielsweise der Bund der neun führenden Technischen Hochschulen in Deutschland, TU9 genannt, gegen die Abschaffung des Titels Diplom-Ingenieur mobil. Und die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern änderte vor wenigen Tagen als erste Regierung das Universitätsgesetz, so dass ab 2011 die Hochschulen dort wählen können, ob sie ihren Studenten nach einem erfolgreichen Master-Studium in den Ingenieurwissenschaften nicht doch den Diplom-Titel vergeben wollen.
Der Fakultät Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der Saar-Universität geht dieser Ersatztitel nicht weit genug. Der Fakultätsrat stimmte einstimmig für die Einführung eines „echten“ und seiner Meinung nach „bolognakonformen“ Diplomstudiengangs Betriebswirtschaftslehre (BWL), sagt ihr Dekan Professor Christian Scholz.
Der neue Studiengang könnte wie folgt aussehen: Genauso wie in den bestehenden Bachelor- und Masterangeboten der Uni, würde das neue fünfjährige Studium einen „modularistierten Aufbau“ haben.