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Saarbrücken

Expertenrunde sieht gewaltige Probleme im Gesundheitswesen voraus

Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

Die bisherigen Einsparungen im Gesundheitswesen reichen bei weitem nicht aus, um auf die Folgen einer weiter alternden Bevölkerung mit zunehmenden Ansprüchen an die Medizin bei gleichzeitig sinkender Zahl an Beitragszahlern zu reagieren. Das war das Fazit einer Podiumsdiskussion zur Gesundheitsreform auf Einladung der Liberalen Stiftung Saar in der Villa Lessing. (Veröffentlicht am 24.02.2011)

Saarbrücken. Die Abkopplung der Gesundheitskosten von den Arbeitskosten hält Saar-Gesundheitsminister Georg Weisweiler (FDP) für richtig, um Unternehmen und Arbeitsplätze sicher zu machen. „Das stabilisiert die Lohnkosten. Gleichzeitig wird die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt“, betonte Weisweiler auf einer Podiumsdiskussion zur Gesundheitsreform unter der Moderation von SZ-Chefredakteur Peter Stefan Herbst in der Villa Lessing in Saarbrücken.

Der Staat könne wegen dramatischer Veränderungen in der Alterspyramide mit deutlich älter werdenden Menschen bei gleichzeitig weniger nachwachsenden Beitragszahlern weniger Leistungen im Gesundheitssystem für die Allgemeinheit schultern. Deshalb müssten die Bürger mehr Bereitschaft zeigen, sich für bestimmte Leistungen zusätzlich zu versichern.

Eine der Hauptaufgabe des Gesundheitswesens sei, das Bewusstsein für Prävention und Gesundheitsvorsorge zu stärken. „Dieses Bewusstsein fehlt“, glaubt Weisweiler. Auch Dr. Josef Mischo, Präsident der saarländischen Ärztekammer, sieht hier die größte Herausforderung. „Dass wir alle älter werden, heißt nicht zwingend, dass wir auch kränker werden. Die Frage ist deshalb: Welche Angebote werden künftig gemacht, um präventiv Krankheiten zu vermeiden. Und: Was sind wir bereit, dafür zu zahlen?“

Aus der Sicht der Kassenärztlichen Vereinigung sieht deren Vorstandschef Gunter Hauptmann (Foto: KV) gewaltige Probleme auf das Saarland zukommen. Die demografische Entwicklung werde noch völlig verharmlost.

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