Von SZ-Mitarbeiter Marko Völke
Saarbrücken. Telefon-Gewinnspiel-Firmen, die offenbar mit dubiosen Methoden arbeiten, haben zahlreiche Menschen im Land angerufen. Weitere Leser, die angeblich an kostenpflichtigen Gewinnspielen teilgenommen haben und nun dafür bezahlen sollen, meldeten sich nach einem SZ-Bericht. Vom Konto einer 80-Jährigen Dame aus Saarbrücken hatten dubiose Firmen beispielsweise sogar schon mehrere kleinere Beträge im Gesamtwert von 14.000 Euro abgebucht. Der Betrug sei ihrer Tochter nur durch einen Zufall aufgefallen. Sie lies die Buchungen stornieren und das Konto sperren. Markus Dräger aus Schwarzenholz habe dagegen durch kritische Nachfragen wie: „Wo genau sollen wir uns angemeldet haben?“ und „Können Sie uns das Ganze bitte schriftlich zuschicken?“ die Anrufer zu widersprüchlichen Aussagen verleiten können. Post kam bislang keine.
SZ-Leser-Reporterin Kerstin Kany aus Bliesransbach werde seit November regelrecht mit täglich 25 bis 30 Gewinnspiel-Anrufen „bombardiert“. „Dabei habe ich nirgendwo mitgemacht“, sagt sie. Auch Hedwig Meyer aus Weiskirchen hat bis Ende Januar Ähnliches erlebt: „Ich bin dann einfach nicht mehr ans Telefon gegangen und habe einen Anrufbeantworter geschaltet“, berichtet sie. Mit einer anderen Methode wehrt sich eine Leserin aus Perl-Borg erfolgreich gegen ungewünschte Gewinn-Telefonate mit unterdrückter Nummer. Sie entgegnet den Anrufern: „An den Weihnachtsmann glaube ich schon lange nicht mehr.“
Hans-Jürgen Holzkamp aus Saarbrücken berichtet dagegen von einer „Werbeschutzfirma“, die ihm zugesagt habe, die täglich 20 bis 25 ungebetenen Anrufe gegen eine Gebühr von 49 Euro abzustellen. Silke Schröder von der Verbraucherzentrale des Saarlandes rät davon allerdings ab. Der Anbieter könne aus dem „gleichen Nest“ wie die Werbe-Firmen stammen. Hermann Josef Graf aus Eiweiler erhielt die Nachricht, dass er angeblich einen BMW Coupes im Wert von 30.000 Euro gewonnen habe. Dafür müsse er jedoch eine teure 0900-Nummer anrufen. Schröder erklärt, dass die Bundesnetzagentur bereits gegen die Firma vorgegangen sei.
Netzagentur hilft
Obwohl die Abzock-Versuche von Gewinnspiel-Anbietern und ungebetenden Werbeanrufe sehr unterschiedlich sind, hat die Verbraucherzentrale des Saarlandes einige allgemeine Tipps parat: Wer werbliche Anrufe erhält, denen er keine Zustimmung erteilt hat, könne sich an die Bundesnetzagentur wenden. Silke Schröder: „Diese kann entsprechende Sanktionen verhängen“. Ein Beschwerde-Formular gebe es unter www.bundesnetzagentur.de. Wichtig: Rufnummer, Namen der Firma und des Mitarbeiters sowie Datum, Uhrzeit und den Inhalt des Gespräches notieren, erklärt die Beraterin.
Dass die Nummer des Anrufers unterdrückt werde, sei nach dem Gesetz gegen unlautere Telefonwerbung untersagt, komme aber trotzdem noch häufig vor. Schröder rät, nachzufragen: „Mit wem spreche ich denn überhaupt?“
Zudem empfiehlt die Beraterin, immer sparsam mit den persönlichen Daten umzugehen. „Man sollte vor allem eins nicht tun: Ja sagen“, lautet ein weiterer Tipp. Wer total durch die Telefonate genervt sei, könne sich als letzten Ausweg bei seinem Anbieter eine „Geheim-Nummer“ geben lassen. Darüber hinaus biete auch die Verbraucherzentrale unter Tel. (06.81) 50.08.90 Hilfe.
Den Tipp für den Artikel bekamen wir von mehreren SZ-Leser-Reporter. Wenn Sie auch Interessantes zu erzählen haben, wenden Sie sich per SMS/Fax an Tel. (06 81) 5 95 98 00 oder Mail an: leser-reporter@sol.de.
































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