Auch „mental“ habe er Klimaveränderungen beobachtet: „Die Völklinger sagen heute ‚unser Weltkulturerbe' “, mit Stolz statt mit Skepsis. Auch „operativ“ – also im Verhältnis zur Stadtplanung – habe sich viel gebessert. Grewenig lobt die aktuellen Bauprojekte: ein Einkaufszentrum, „das ist für uns auch gut“. Ebenso das Hotel, das jetzt entsteht, am Wochenende gebe es ja „deutlichen Bedarf“. „Spannend“ findet er obendrein die Ferienwohnungen in der Stadt, Denkmalbesucher, vor allem aus Holland, mieteten sich gern dort ein.
Grewenig verspricht auch der Stadt Unterstützung: Beim Abriss des Ex-Kaufhofs muss das Alte Rathaus wohl eine Weile schließen. Auf der Suche nach einem stilvollen Ersatzort für Trauungen haben die Rathausleute im Weltkulturerbe angeklopft – „da finden wir eine Lösung“, sagt Grewenig. „Und ich hoffe, dass wir den neuen Trauort später behalten können“, das Denkmal sei für Hochzeitsfotos ja schon jetzt beliebt.
Ansonsten habe direkte Kooperation zwar abgenommen, Hüttenjazz und Ringvorlesung veranstalte das Weltkulturerbe nun ohne finanzielle Beteiligung der Stadt; doch das sei verständlich, die Haushaltslage. Auch das Weltkulturerbe suche nicht Gemeinsamkeit um jeden Preis: Die „Marke ‚Weltkulturerbe Völklinger Hütte' “ sei inzwischen ziemlich stark, sie dürfe nicht beschädigt werden durch unpassende Veranstaltungen im Denkmal.
Architektonisch sollte der Völklinger Platz Stadt und Weltkulturerbe verknüpfen, ein neuer Empfang fürs Denkmal. Grewenig lobt das Bauwerk als „eine Versammlung jeder Form von Urbanität“ – und spart es dennoch aus bei seinen Plänen für einen neuen Denkmal-Eingang. Warum? Das ursprüngliche Konzept, sagt er, habe das Platz-Umfeld einbezogen: eine Einhausung für den Globus-Reifenmarkt, Parkmöglichkeiten am Gebläsehaus. „Aber die Stadt hat da nicht weitergemacht.“ Und der Platz, betont er, sei ein rein städtisches Projekt. Denkmal-Geld dürfe dafür nicht fließen.
Immerhin, das fließt weiter, bis ins Jahr 2015 sind Bundeszuschüsse sicher. Damit soll die Sanierung weitergehen. Zunächst mit den drei Trockengasreinigungen.
Außerdem hat Grewenig den Wasserturm im Visier, für Ausstellungen. Das, sagt er, könne die Gebläsehalle entlasten. Das Ausstellungsbudget auch: In der Gebläsehalle müsse man sogar für die Lichtinstallation teure Kletterer engagieren, da sei der Wasserhochbehälter günstiger. Noch nutze ihn Saarstahl, doch Verhandlungen hätten schon begonnen. 2013 könne der Umbau vielleicht starten.



































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