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Luxemburg

Wirbel um Zukunft der VSE - Luxemburger wollen sich einkaufen

Der Luxemburger Stromversorger Enovos zeigt Interesse daran, die VSE zu kaufen. Die saarländische Landesregierung und auch die Saar-SPD wollen dagegen die VSE mit einer rein saarländischen Lösung stärken (Veröffentlicht am 09.02.2012)

Strom Energie

Strommasten und -Leitungen. Symbolbild.Foto: dpa

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Von Thomas Sponticcia und Helmut Wyrwich (SZ)

Luxemburg/Saarbrücken. Der luxemburgische Stromversorger Enovos will offensichtlich seine Position auf dem deutschen Markt stärken und beabsichtigt, Anteile an der VSE zu erwerben. „Die RWE will aus der VSE aussteigen. Wir würden am liebsten alle Anteile übernehmen“, sagte gestern der luxemburgische Wirtschaftsminister Etienne Schneider bei einem Pressefrühstück der Wirtschaftsjournalisten bei der Editpress Verlagsgruppe in Luxemburg. Schneider, der seit 1. Februar Wirtschaftsminister im Großherzogtum ist, war zuvor Aufsichtsratschef von Enovos Luxemburg. Er hatte maßgeblichen Anteil daran, die fünf luxemburgischen Energieversorger zur Enovos zusammenzuführen. Enovos ist seitdem im Saarland und in Rheinland-Pfalz vertreten.

 „Ich stelle mir vor, dass wir Enovos im Saarland mit der VSE fusionieren und über das Saarland hinaus tätig werden mit einer Hauptverwaltung im Saarland“, sagte Schneider beim Pressefrühstück weiter. Dadurch verfüge man über einen strategisch gestärkten Auftritt, wovon auch die Mitarbeiter profitieren würden. Man habe so ideale Möglichkeiten, sich mit erweiterten Reichweiten auf dem Strom- und Gasmarkt zu positionieren.

 Schneider räumte jedoch auch ein, dass das Problem einer solchen Lösung sei, dass man im Saarland eher eine rein saarländische Lösung bevorzugt. Genau dieses Vorgehen haben auf Anfrage unserer Zeitung gestern sowohl die Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), SPD-Landeschef Heiko Maas als auch die RWE noch einmal bekräftigt. „Die RWE überlegt, sich von Anteilen zu trennen. Wir führen hierüber exklusive Gespräche mit dem Saarland und den dortigen Kommunen“, betonte die Pressesprecherin der RWE AG, Annett Urbaczka. Das Vorgehen des luxemburgischen Wirtschaftsministers wollte sie nihct kommentieren. Kramp-Karrenbauer sagte: „Wir stehen zu unserem Wort und halten uns an das, was wir vereinbart haben – nämlich exklusive Verhandlungen mit der RWE.“

Auch sie hatte keine Erklärung dafür, wieseo der luxemburgische Wirtschaftsministers ausgerechnet jetzt auf diese Art und Weise vorprescht. Möglicherweise wolle er den Wahlkampf im Saarland nutzen, um ein gezieltes Störmanöver zu versuchen. SPD-Chef Heiko Maas erklärte, die VSE sei ein fester regionalwirtschaftlicher Bestandteil des Saarlandes. Die SPD unterstütze jegliche Bemühungen der Saar-Kommunen, ihre Anteile an der VSE AG zu erhöhen. „Die VSE müsse in ihrer Struktur erhalten bleiben, eine Zerschlagung des Unternehmens widerspricht elementar saarländischen Interessen und muss deshalb verhindert werden“, so Maas.

Die ganze Aufregung entstand gestern, weil der luxemburgische Wirtschaftsminister Etienne Schneider bei seinem Pressefrühstück mit den Journalisten erklärt hatte, bei einem späteren Mittagessen mit der saarländischen Ministerpräsidentin und dem Staatsminister Jean Claude Juncker seine Vorstellungen erläutern zu wollen. Dieser Tagesordnungspunkt wurde jedoch kurzfristig vom Programm gestrichen und Schneider erschien auch nicht zu diesem Treffen. Vom saarländischen Stromversorger VSE und auch der Enovos in Saarbrücken waren zu den Vorgängen gestern keine Stellungsnahmen zu erhalten.


Hintergrund
Die Enovos an der Saar ist aus der Saar-Ferngas hervorgegangen. Enovos ist bereits ein großer Player im Bereich der Energieversorgung in Deutschland. So wird unter anderen Mercedes mit Strom versorgt und 800 Mc Donald´s Filialen. Der luxemburgische Stromversorger liefert auch nach Österreich. Dort sind in erster Linie Kunden aus der Industrie ansässig. red

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