Auf der Bergschadenskonferenz des Verbands der Haus- und Grundeigentümer im ehemaligen Bergwerk Reden hat der Leiter der Industriekultur Saar, Karl Kleineberg, klare Forderungen formuliert.
(Veröffentlicht am 23.04.2012)
Landsweiler-Reden. Landsweiler-Reden. In diesem Jahr wird der saarländische Bergbau Geschichte sein; die Probleme, die der Untertageabbau verursacht hat, aber noch lange nicht. „Es geht erst jetzt richtig los“, so Michael Weiskopf, Vorsitzender des saarländischen Haus- und Grundeigentümerverbands. Der Bergbau und die „Ewigkeitskosten“, die nach Beendigung des Bergbaus entstehen und für längere Zeit anfallen werden, war das Thema der aktuellen Bergschadenskonferenz des Verbands der Haus- und Grundeigentümer im Lampensaal des früheren Bergwerks Reden. Im Mittelpunkt stand das Referat des ehemaligen Chefmarkscheiders der RAG und heutigen Leiters der Industriekultur Saar (IKS), Karl Kleineberg, mit dem Titel „Ursachen bergbaubedingter Schäden“. Kleineberg forderte darin, das Grubenwasser auch nach dem Bergbau-Ende abzupumpen, um den gegenwärtigen Pegelstand beizubehalten. Derzeit werden alle Anlagen durch das Abpumpen vor einem Anstieg des Wassers bewahrt, aber nur, weil noch abgebaut wird. Was danach mit dem Wasser geschehe, habe das Oberbergamt noch nicht entschieden, so Kleineberg. Es gebe Erwägungen, die Pumpen aus Kostengründen abzustellen. Etwa zehn Millionen Euro pro Jahr koste der Betrieb der Pumpen. Diese Kosten seien im Vergleich zu den Folgen nach einem Abschalten der Pumpen kalkulierbar. Die Folgen von ansteigendem Wasser in den Gruben hingegen nicht. Steigendes Grubenwasser könne das „Restbewegungsvolumen im Gebirgskörper“ aktivieren, mit unabsehbaren Nachwirkungen an der Oberfläche. Immerhin, so bekräftigte Kleineberg, seien rund ein Fünftel des Saarlandes Abbaugebiet gewesen. Etwa eine Milliarde Tonnen Steinkohle wurden Kleinebergs Berechnungen zufolge in den vergangenen 200 Jahren im Saarland abgebaut.
Das Fazit, das Michael Weiskopf für seinen Verband, der rund 15.000 Haus- und Grundbesitzer im Saarland vertritt, zog: „Die Durchsetzung von Rechten der Bergbaugeschädigten wird auch nach dem Ende des Bergbaus im Saarland nicht leichter. Auf unsere Bergschadensabteilung wird noch viel Arbeit zukommen.“
„Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft begegnen sich im Bergwerk Reden“, sagte Gerold Senz, Chef des Haus- und Grundeigentümervereins Landsweiler-Reden. Er erinnerte an die Gründung des Bergwerks 1847 und an die Bedeutung als Montanstandort. So seien dort 1959 rund 7000 Bergleute eingefahren. Zeitweilig sei Reden die größte Zeche Europas gewesen.
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