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Saarbrücken

Experten diskutieren Zukunft der saarländischen Hochschulen

Von SZ-Redaktionsmitglied Anke Bauer

Über die Zukunft der saarländischen Hochschulen diskutierten Experten auf Einladung der saarländischen Arbeitskammer. Konsens herrschte bei den Themen Profilbildung und Kooperation. (Veröffentlicht am 07.02.2012)

Saarbrücken. Wie es angesichts der schwierigen Haushaltslage im Saarland und des unsicheren Hochschuletats ab 2014 (wir berichteten) mit den saarländischen Hochschulen weitergehen soll, ist nach wie vor ungeklärt. Die Arbeitskammer des Saarlandes hatte am vergangenen Freitag zusammen mit dem Wissenschaftsforum Saar zu einer Veranstaltung geladen, die sich genau mit diesem Thema auseinandersetzen sollte.

„Mehr Studierende, gleiche Finanzierung, ungeklärte Zielvorgaben?“ lautete das Motto der Podiumsdiskussion, an der verschiedene Hochschulexperten teilnahmen. Diskutiert werden sollte vor allem die Frage, welche Rolle die saarländischen Hochschulen unter diesen Voraussetzungen künftig spielen sollen und können. Antworten auf diese Frage hat es an diesem Abend allerdings keine gegeben. Es wurden vielmehr mögliche Impulse vorgestellt, unter denen sich die saarländische Hochschullandschaft entwickeln könnte.

Die Arbeitskammer, die in ihrem Jahresbericht 2011 die Bildungsinvestitionen in die vier saarländischen Hochschulen verteidigt hatte, sprach sich unter anderem für eine Senkung der Abbrecherquote und weitere Kompensationsmittel aus, die die Hochschulen vom Land als Ersatz für die weggefallenen Studiengebühren bekommen. Außerdem fordert sie, das Kooperationsverbot zu kippen, das es dem Bund verbietet, sich an Kernaufgaben der Länder in der Bildung zu beteiligen. Ganz wichtig sei auch eine verstärkte Kooperation zwischen der Universität und der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW). Das bestätigte auch Christian Marettek, Hochschulexperte von der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PWC).

Er sprach sich für eine verstärkte Vernetzung der Hochschulen aus, die auf einen „Campus Saar“ hinauslaufen könnte, und stellte Hochschulentwicklungspläne anderer Bundesländer vor, aus denen er seine Empfehlungen für die saarländische Hochschullandschaft ableitete. „Das Saarland braucht eine abgestimmte Landesstrategie“, so Marettek. Die Haushaltsmittel solle man dort einsetzen, wo die Chance besteht, bundesweit wahrgenommen zu werden. „Stärken stärken“ lautete das Zauberwort des gesamten Abends. An den saarländischen Hochschulen wären das neben der Informatik auch die Ingenieurwissenschaften und der Nanobiomed-Bereich. „Es kann nicht in allen Fächern Spitzenforschung betrieben werden“, so der Experte. Dazu reiche das Geld nicht. Beim Thema Profilbildung, die nach Marettek auch mit den Hochschulstandorten in der Pfalz abgestimmt werden sollte, war sich das Plenum einig. Ebenso über eine verstärkte Kooperation der Hochschulen. Wie das unter Sparzwang aussehen soll, blieb allerdings unklar.

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