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Völklingen

Landesarchiv stellt Buch zum Grubenunglück von Luisenthal vor

Von SZ-Redakteur Oliver Schwambach

Protokolle, Prozessakten, Zeugenberichte: Die Landesarchiv-Mitarbeiter haben vielfältige Materialien für ihren Band „Luisenthal im Februar“ ausgewertet, der die Geschehnisse des Bergbauunglücks vor 50 Jahren dokumentiert. (Veröffentlicht am 07.02.2012)

Völklingen. „Luisenthal im Februar“ – schwerlich hätte man einen unaufgeregteren Titel für diesen Band finden können. Widmet er sich doch einer der schwersten Katastrophen, die das Saarland je heimsuchten. 299 Bergleute fanden den Tod, als vor 50 Jahren eine gewaltige Schlagwetterexplosion die Grube Luisenthal in 600 Metern Tiefe traf. Und noch immer steht der Name des Bergwerks als Synonym für einen Schicksalsschlag, der das gesamte Land erschütterte.

Vielleicht haben Paul Burgard, Ludwig Linsmayer, Peter Wettmann-Jungblut deshalb auch diesen zurückhaltenden Titel für ihre Chronik gewählt. Es braucht eben keine Verstärkung. Und natürlich geht es den drei Mitarbeitern des Landesarchivs in Saarbrücken um eine historisch sachgerechte Darstellung. Gestern nun wurde der Band „Luisenthal im Februar“ auf dem Gelände der früheren Grube präsentiert. Mit großem Bahnhof. Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer etwa unterstrich die Bedeutung dieser, aber auch weiterer Veröffentlichungen, die das Grubenunglück zum Thema haben. Es sei wichtig, „auf möglichst viele Arten daran zu erinnern“, wie an den Bergbau überhaupt, so Kramp-Karrenbauer. Schließlich jährt sich heute nicht nur das Unglück von Luisenthal zum 50. Mal, Mitte des Jahres endet auch die Kohleförderung im Saarland. So hat die Staatskanzlei den Landesarchiv-Band auch finanziell gefördert.

Häufig fehle es nach Katastrophen an aussagekräftigen Materialen, die Historikern helfen, sich ein Bild zu machen, hier „war jedoch das Gegenteil der Fall“, skizzierte Landesarchivleiter Linsmayer die Besonderheit bei diesem Buch. Berichte von Bergleuten und Akten des Prozesses, mit dem 1964 die Ursachen des Unglücks aufgeklärt werden sollten, wurden ausgewertet und analysiert. Dazu hat man eindrückliche Fotos gestellt, technische Zeichnungen, Medienberichte von einst, aber auch Gespräche mit Zeitzeugen, die aus der Distanz der Jahrzehnte die Ereignisse vom 7. Februar 1962 reflektieren.

So habe man versucht „etwas mehr Licht in die Geschenisse des Unglücks zu bringen“, sagte Linsmayer – allzu bescheiden. Tatsächlich ist der 464 Seiten starke Band eine bemerkenswert grundsätzliche, zugleich aber leserfreundliche Aufbereitung des Themas.

„Luisenthal im Februar – Chronik einer Bergbau-Katastrophe“: Paul Burgard, Ludwig Linsmayer,Peter Wettmann-Jungblut, Historische Beiträge des Landesarchivs Saarbrücken, 464 Seiten, www.landesarchiv.saarland.de

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