Landtagsküche.
Das Glück war den Delegationen von CDU und SPD in den Koalitionsverhandlungen nicht hold! Saartoto-Chef Michael Burkert (59), der für die Genossen am Tisch saß, hatte auf besonderen Wunsch einzelner Herren Rubbellose in der Runde verteilt. Maßgabe war, Gewinne müssen umgehend in die marode Landeskasse eingezahlt werden. Aus der außerplanmäßigen Finanzspritze wurde aber nichts. Größere Gewinne blieben aus. SPD-Chef Heiko Maas (45) rubbelte beispielsweise ein Freilos und einen Ein-Euro-Trostpreis. Und im Verhandlungspoker gingen die Lose dann noch verloren. Kein Glück im Spiel hatte auch CDU-Generalsekretär Roland Theis (32). Er ist übrigens der einzige Saar-Parlamentarier, der auch am Sonntag bei der Wahl des französischen Präsidenten seine Stimme abgeben durfte. In der Saarbrücker Villa Europa schritt der Landespolitiker mit der doppelten Staatsbürgerschaft zur Urne.
Die noch amtierende Landesregierung meldet derweil akute Personalnot. Von einst zehn Staatssekretären sind nur noch zwei im Dienst. In dieser Situation werden Finanzstaatssekretär Gerhard Wack (66) und Justizstaatssekretär Wolfgang Schild (60) zu Männern für alle Fälle. Wack ist nicht nur Wächter über die leeren Tresore des Landes, er spielt auch Ausputzer in den Bereichen Wirtschaft und Wissenschaft. Schild ist in vielfacher Mission unterwegs, muss aushilfsweise als Vertreter des Umweltministers die erzürnten Jäger beruhigen und in Kassel bei der Verkehrsministerkonferenz die Fahnen des Landes hoch halten. Per Handy-Kurzmitteilung (SMS) erreichte ihn jüngst der nächste Auftrag. Anfang Mai ist das Saarland Gastgeber der Amtschefs der Gesundheitsminister. Allzweckwaffe Schild soll dann die Konferenz leiten.