+13°
Anmelden   |   Sie befinden sich hier: Startseite - Aufmacher - Berliner Büro
Berlin

Hartz IV trotz Arbeit

Von Stefan Vetter

Beschäftigte im Dienstleistungssektor besonders häufig auf Staatshilfe angewiesen. (Veröffentlicht am 02.05.2012)

Schlagwörter
Berlin. Berlin. Der Beschäftigungsboom in Deutschland geht zum großen Teil auf den Aufschwung im Dienstleistungsbereich zurück. Mit der Bezahlung in dieser Branche sieht es allerdings weniger rosig aus. Allein in den Reinigungs- und Verkaufsberufen verdienen insgesamt 356.000 Arbeitnehmer so wenig, dass sie ihren Lohn mit Hartz IV aufstocken müssen. Das geht aus der Stellungnahme der Bundesregierung auf  eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, die unserer Zeitung vorliegt.

Allein etwa jeder zehnte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Reinigungsgewerbe ist demnach auf ergänzende Hilfe vom Staat angewiesen, um sein Existenzminimum zu sichern. Zu den zehn Berufsgruppen mit den meisten „Aufstockern“ gehören ferner Hilfsarbeiter, Bürokräfte, Köche, Verkehrsmitarbeiter, Lager- und Transportarbeiter, sowie Gesundheitsdienstleiter, Gästebetreuer, Sozialarbeiter und Erzieher. In diesen zehn Branchen arbeiteten Mitte 2011 rund 914.000 Beschäftigte mit zusätzlichem Hartz-IV-Bezug. Das waren rund 70 Prozent aller „Aufstocker“.
In ihrer Stellungnahme weist die Bundesregierung darauf hin, dass eine ergänzende Grundsicherung bei Vollzeitbeschäftigung „nicht zwangsläufig“ einen Niedriglohn bedeuten muss. Ursache könne vielmehr die gesamte Bedarfsgemeinschaft sein. Im Klartext: Als Alleinstehender hätte der Betroffene einen ausreichenden Verdienst und damit keinen zusätzlichen Anspruch auf das Arbeitslosengeld II, als Verheirateter mit Kind(ern) aber schon. Allerdings räumt die Regierung auch ein, dass in Dienstleistungsjobs übermäßig häufig schlecht verdient wird.  Gemessen an der von der OECD festgelegten Niedriglohnschwelle von monatlich 1802 Euro brutto liegt der Verdienst von mehr als der Hälfte der Reinigungskräfte in Vollzeit unterhalb dieser Marke. In den Verkaufsberufen verdient jeder dritte weniger als 1802 Euro. Im Gastgewerbe liegen gar über zwei Drittel der Vollzeitbeschäftigten mit ihren Bezügen darunter.
„Der Dienstleistungssektor boomt und mit ihm die Niedriglöhne. Nur ein einheitlicher, gesetzlicher Mindestlohn kann dem Einhalt gebieten“, meinte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken, Sabine Zimmermann, gegenüber unserer Zeitung. Es sei nicht hinnehmbar, dass die gesellschaftlich wichtige Arbeit von  Putzfrauen, Verkäuferinnen oder Pflegern so gering geschätzt und bezahlt werde.

Nach einer früheren Untersuchung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) musste der Bund allein im Vorjahr rund zwei Milliarden Euro ausgeben, um Geringverdienern in Vollzeit das Existenzminimum zu sichern.

finerio.de - das Restaurant-Portal für Saar-Lor-Lux
Anzeige

Neueste Kommentare:


Suchen im SZ-Angebot  



Saarbrücker Zeitung Die Saarbrücker Zeitung ist die führende Tageszeitung im Saarland mit elf Lokalausgaben. Die SZ ist heute ein modernes Multimediahaus mit Tageszeitung, iPad-Ausgabe und erfolgreichen Web-Auftritten.
Pfälzische Merkur Der Pfälzische Merkur, gegründet 1713, erscheint in der Westpfalz und im Saar- pfalz-Kreis. Er ist eine der ältesten Tageszeitungen Deutschlands. Herausgeber: Zweibrücker Druckerei und Verlagsgesellschaft mbH.
Trierischer Volksfreund Die Tageszeitung Trierischer Volks- freund erscheint in Trier, Eifel, Hunsrück und an der Mosel. Ergänzt wird das Printangebot durch Apps, das Online-Angebot, Dienstleistungen in Logistik, Kommunikation und Werbung.
Lausitzer Rundschau Die Lausitzer Rundschau ist das führende Medienhaus der Lausitz, dessen Medien der Marktplatz sind für Meinungen und Informationen in der Region. Herausgeber: LR Medienverlag und Druckerei GmbH.
bigFM Saarland bigFM Saarland ist der innovative Sender in der Region für eine junge Hörerschaft. Verrückte Aktionen, regionales Programm und Interaktivität mit den Hörern lassen bigFM im Saarland von Jahr zu Jahr erfolgreicher werden.
euroscript International S.A. euroscript, führender Lösungsanbieter im Bereich Content-Lifecycle-Management, bietet Kunden weltweit umfassende Lösungen zur Konzeption, Entwicklung und Unterstützung von Content-Management-Prozessen.
TeleMedia - Telefonbuchverlag / RTV GmbH TeleMedia, der Telefonbuchverlag der Saarbrücker Zeitung, gibt seit mitt- lerweile 15 Jahren in den Verbreitungs- gebieten Saarland, Westpfalz, Mosel-Eifel-Hunsrück und Brandenburg über 50 Telefonbücher heraus.
Saarriva Als größter regionaler Briefdienstleister beliefert saarriva mehr als 700.000 Haushalte in der Region Saar-Mosel. Die Kooperation mit Partnern ermöglicht den nationalen und internationalen Brief- und Paketversand.
RPV Logistik Neben der Logistik der SZ erstreckt sich die Tätigkeit der RPV Logistik auf die Dienstleistungen eines modernen Druckzentrums, Versand- und Objekt- steuerung für SZ-eigene und fremde Verlagsobjekte.
CircIT GmbH Die circ IT ist ein auf IT-Dienstleistungen für Medien spezialisiertes Unternehmen mit Hauptsitz in Düsseldorf und bedient die Bereiche Media, Online, ERP, Infrastruktur, Desktop Services sowie Professional Services.
Die Berliner Medien Service GmbH (BMS) ist eine Tochterfirma der Saarbrücker Zeitung und besteht aus dem Berliner Büro und dem News-Pool. Das Berliner Büro versorgt zahlreiche Regionalzeitungen in Deutschland und Luxemburg mit hochwertiger Parlamentsberichterstattung aus Berlin. Der News-Pool bietet den angeschlossenen Zeitungen Texte, Fotos und Info-Grafiken zu den Themen Auto, Reisen, Computer, Hochschule, Jugend, Haus und Garten, Medizin oder Fitness.
Die Saarländische Wochenblatt Verlagsgesellschaft mbH, kurz SWV genannt, ist mit 15 Wochenspiegel-Titeln im Saarland vertreten.Der SVW gehört mehrheitlich zur SZ-Gruppe. Woche für Woche erhalten alle saarländischen Haushalte fei Haus wichtige Informationen aus ihrem regionalen Wochenspiegel.