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Saarbrücken

63. Saarmesse hat ihre Pforten geöffnet

Von SZ-Redakteur Lothar Warscheid

Die 63. Saarmesse ist seit Samstag geöffnet. Sie markiert eine Zeitenwende. Die Familie Grandmontagne, die die Messe seit Jahrzehnten veranstaltet hat, nimmt Abschied. Dennoch überwiegt die Zuversicht. Mit Fotos. (Veröffentlicht am 16.04.2012)

Herrscher unter sich: Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer ließ sich auf der Saarmesse vom Thüringer Bratwurstkönig Rudi Butkus sein Reich zeigen.Foto: Becker&Bredel

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Saarbrücken. Saarbrücken. Die 63. Saarbrücker Saarmesse, die am Samstag ihre Tore öffnete, wird manchem als Wendepunkt, Abschied und Premiere in Erinnerung bleiben. Wendepunkt, weil die Familie Grandmontagne die internationale Ausstellung zum letzten Mal ausrichtet. Ab 1. Juli hat die Stadt Saarbrücken das Sagen. Abschied, weil der Bergbau- Konzern RAG – Deutsche Steinkohle nicht nur die Kohleförderung im Saarland einstellt. Er wird dann auch nicht mehr auf der Saarmesse – dort traditionell in Halle 1 – vertreten sein. Die RAG hat diesmal schon auf den Aufbau eines Strebs verzichtet, mit dem man in den Vorjahren zeigte, wie Kohle aus saarländischer Erde geholt wird. Abschied nimmt das Unternehmen mit einer Kaffeeküche, wo die Besucher bei einem Bergmanns-Frühstück in Erinnerungen schwelgen können. Ganz wird die RAG „sich nicht von der Saar verabschieden“, betonte Vorstand Jürgen Eikhoff. „Zahlreiche Immobilien harren noch einer sinnvollen Nutzung“, sagte er.

Galerie: 63. Saarmesse



Außerdem erlebte die Saarmesse in diesem Jahr eine Premiere. Sie wurde zum ersten Mal von drei Frauen eröffnet – von Mechtild Grandmontagne (Messeleitung), Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) und Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU). Grandmontagne zeigte sich anlässlich der Eröffnungsfeier überzeugt, „dass wir ein gut aufgestelltes Messeportfolio übergeben“. „Die Saarmesse wird ihre Funktion als Schaufenster der regionalen Wirtschaft behalten“, rief sie ihren Zuhörern zu.

Dieser Auffassung schloss sich Britz an. „Die Saarmesse ist die größte Publikumsschau innerhalb der Saar-Lor-Lux-Region“, erinnerte sie. „Diese Funktion soll sie behalten“. Zusammen mit dem Land werde die Landeshauptstadt ein Konzept entwickeln, „um die Zukunft des Messestandorts Saarbrücken zu entwickeln“. Dies gelte auch für ein modernes Kongresswesen.

Dieser Aufgabe sieht sich Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer ebenfalls verpflichtet. „Wir brauchen einen attraktiven Messe- und Kongresstandort“, sagte sie. Dies setze auch Signale für die Eigenständigkeit der Saar-Wirtschaft. Eine starke regionale Wirtschafts-Basis sei wichtig für die Selbstständigkeit des Saarlandes, „damit man draußen spürt, dass wir unsere Geschicke selbst in die Hand nehmen“. Die Voraussetzungen seien gut. Das Saarland sei bundesdeutscher Exportweltmeister, die Arbeitslosigkeit so gering wie seit 30 Jahren nicht mehr und das Wirtschaftswachstum höher als im Bundesdurchschnitt.

Dass drei Frauen die Saarmesse eröffneten, prägte in Teilen auch den offiziellen Rundgang. Zielgerichtet steuerte der Tross auf die Nina-Boutique zu, die hochwertige Lederwaren verkauft. Firmeninhaberin Ingeborg Gaupties und ihre Mitarbeiterin Erika Hein sind seit 30 Jahren ununterbrochen als Aussteller auf der Saarmesse. „Für Saarbrücken haben wir eine Messe in Augsburg abgesagt“, erzählt Gaupties. Am Messestand „Ausbildung für alle!“ verriet die Ministerpräsidentin, dass sie „Hebamme geworden wäre, wenn ich nicht in die Politik gegangen wäre“.

Am Stand des Energieversorgers Energis wurde die Aktion „Sparlandmeister“ gestartet. Bei der von Bank 1 Saar, Saarbrücker Zeitung und Energis unterstützten Initiative sollen bis Ende Oktober eine Million Kilowattstunden (kWh) elektrische Energie eingespart werden. Wer mitmacht, kann unter anderem ein Elektro-Auto gewinnen; mehr unter www.sparlandmeister.de.

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