Der Saarbrücker Museumsneubau wird über 25 Millionen Euro teuer. Diese Summe wurde gestern im Kulturausschuss genannt. Außerdem das Honorar für den Projektsteuerer: 2010 und 2011 erhielt er 720 510 Euro. Insgesamt dürfte die Vergütung bei rund einer Million liegen.
(Veröffentlicht am 17.06.2011)
Saarbrücken. Saarbrücken. Nach der gestrigen Sitzung des Kulturausschusses ist für die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Isolde Ries, die Sache klar: Die Landesregierung hat beim Neubau des Vierten Pavillons (Galerie der Gegenwart) einem „Günstling“ von Ex-Kulturminister Jürgen Schreier (CDU) einen lukrativen Job verschafft. Es ist dies der Projektsteuerer, der in die Spesenaffäre des beurlaubten Stiftungs-Vorstands Ralph Melcher verwickelt ist und gegen den die Staatsanwaltschaft ermittelt. Der Saarbrücker Architekt erhielt in den vergangenen eineinhalb Jahren für die Bau-Betreuung ein Gesamthonorar von 720 510 Euro. Hinzu kommt eine Summe für die Monate August bis Dezember des Jahres 2009, die Ries – in Anlehnung an die Nachfolgejahre – auf etwa 250 000 Euro schätzt.
Die Zahlungen aus 2009 seien von Interims-Vorstand Meinrad Maria Grewenig nicht beziffert worden, so Ries. Der informierte gestern zusammen mit Kulturkoordinatorin Susanne Reichrath die Abgeordneten über die enormeKostensteigerung. Doch die neue Bausumme wurde nicht genannt. Laut Ries hat die Stiftung ein Saarbrücker Ingenieurbüro mit einer Neukalkulation beauftragt, die im August vorliegen soll. Dass man bei weit über 25 Millionen Euro landen werde, sei jedoch von Grewenig nicht bestritten worden.