Wie zu erwarten, hatten die Sprecher, die bei den vierstündigen Verhandlungen nicht dabei waren, sondern nur von ihren Chefs kurz darüber gebrieft worden waren, wenig Erhellendes zu sagen. Klein orakelte, es sei nicht abzusehen, ob bei der fünften Verhandlungsrunde am Samstag schon ein Abschluss zu erwarten sei. Und Bischoff teilte mit, dass dann die noch „offenen Knackpunkte“ diskutiert würden, die in der Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik lägen. Also genau in den Bereichen, über die nach Angaben der Sprecher gestern verhandelt wurde. Wobei Bischoff hinzufügte, dass es „auch in anderen Bereichen noch offene Fragen“ gebe.
Ansonsten wurde noch verlautbart, dass beide Parteien am 3. Mai auf Parteitagen, die jeweils um 18 Uhr beginnen sollen, den Koalitionsvertrag absegnen würden und Kramp-Karrenbauer am 9. Mai erneut zur Regierungschefin gewählt werden solle. Daran, dass es so weit kommen würde, ließen weder der eine noch der andere Thorsten auch nur die leiseste Andeutung eines Zweifels aufkommen. Allerdings konnten sie auch nicht sagen, wo genau gestern Fortschritte erzielt worden sein sollen. Immerhin hatte SPD-Chef Heiko Maas kurz vor der Verhandlungsrunde enthüllt, was am Samstag zu erwarten ist, nämlich „das klassische Geben und Nehmen“.
Meinung
Nervosität hoch drei
Von SZ-Redakteur Norbert Freund
Dass die beiden Parteichefs nach der gestrigen Verhandlungsrunde nicht selbst Medienvertretern Rede und Antwort standen, sondern ihre Sprecher aufmarschieren ließen, war erstens eine Zumutung für die Öffentlichkeit. Und zweitens war es ein untrügliches Anzeichen für die gestiegene Nervosität auf beiden Seiten. Offenbar hat man sich bisher nur über die Themen verständigt, bei denen beide Seiten von vorneherein keine großen Differenzen hatten. Nun zeigt sich, dass hier zwei Parteien ein Bündnis schmieden wollen, die programmatisch teilweise weit auseinander liegen.































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