Hüftpatienten, denen eine Prothese der Kirkeler Firma DePuy implantiert wurde, werden von ihren Kliniken zur Kontrolluntersuchung geladen. Anlass ist eine Rückrufaktion des Herstellers wegen möglichen Metallabriebs.
(Veröffentlicht am 15.10.2010)
Kirkel/Püttlingen. Kirkel/Püttlingen. Die Kirkeler Firma „DePuy Othopaedics“, die unter dem Dach des US-Konzerns „Johnson & Johnson“ Medizintechnik vertreibt, hat eine Rückrufaktion für Hüftprothesen gestartet. Demnach wird das „DePuy ASR-Hüftoberflächenersatzsystem“ vom Markt genommen. Anlass für diese, nach Angaben eines Unternehmenssprechers „freiwillige Aktion“ sind bislang unveröffentlichte Daten aus dem Endoprothesenregister für England und Wales. Daraus ergebe sich, so heißt es in einem Schreiben an deutsche Ärzte und Kliniken, das unserer Zeitung vorliegt, dass etwa zwölf Prozent der Patienten, die mit dieser Prothese versorgt wurden, innerhalb von fünf Jahren erneut operiert werden mussten. Die Firma fordert ihre Kunden deshalb auf, das Produkt nicht mehr zu implantieren.
Bei diesem Gelenkersatz handelt es sich – vereinfacht dargestellt – um eine Kappe aus einer speziellen Stahllegierung, die auf den Hüftkopf aufgesetzt wird, und eine Gelenkpfanne. Das Gelenk wird demnach quasi nur überkront.
DePuy machte auf Anfrage unserer Zeitung keine Angaben über die Zahl der Patienten, die deutschlandweit und konkret im Saarland betroffen sind. Eine Sprecher sagte nur, es sei bislang noch kein Fall in Deutschland bekannt, in dem ein Patient erneut habe operiert werden müssen.
Die Firma hat Kliniken und Ärzten schriftliche Handlungsvorschläge bis hin zum Entwurf eines Briefes an Patienten an die Hand gegeben. Alle Patienten, denen das System implantiert wurde, sollen zur Nachuntersuchung eingeladen werden.