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St. Wendel

Globus-Gruppe prüft die Übernahme von Märkten der Baumarkt-Kette Max Bahr

Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia, 13.09.2013 02:34
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Unternehmenschef Thomas Bruch: Die Saarländische Globus-Gruppe prüft den Kauf von Märkten der Baumarkt-Kette Max Bahr. Foto: Bernd Wüstneck/dpa
Globus-Chef Thomas Bruch bestätigt deutliches Interesse an einer Übernahme der Max-Bahr-Märkte vom insolventen Praktiker-Konzern. Für eine Entscheidung gelte es aber, noch offene Fragen zu klären.
Globus beabsichtigt, Max-Bahr-Märkte zu übernehmen. Dies bestätigte gestern der geschäftsführende Gesellschafter der Globus- Gruppe, Thomas Bruch, im Gespräch mit unserer Zeitung. „Die Dinge sind in der Klärung. Das Interesse ist da“, sagte er. Allerdings gelte es jetzt, eine mögliche Übernahme ausführlich zu prüfen. So müsse aktuell geklärt werden, welche Rechte Gläubiger an Max-Bahr-Märkten haben. „Wir haben keine Eile, aber möglicherweise der Konkursverwalter“, sagte Bruch zum Zeitplan.

Kartellrechtliche Probleme erwartet Bruch bei einer Übernahme nicht, da Globus mit seinen Baumärkten bundesweit weniger stark vertreten ist als die Konkurrenten. Möglich sei aber, dass das Kartellamt Auflagen erteile. Aktuell werde für jeden Max-Bahr-Markt geprüft, inwieweit er zum Globus- Konzept passt. Dafür würden beispielsweise das Einzugsgebiet sowie die Zahl der Kunden unter die Lupe genommen. Zur Frage, ob die Märkte unter der Marke Max Bahr oder Globus weitergeführt werden sollen, äußerte Bruch sich nicht.

Auch die Frage, ob die Pläne auch eine Perspektive für die ehemalige Praktiker-Zentrale in Kirkel beinhalten, ließ Bruch offen. Dies hänge wesentlich vom Gesamtkonzept ab. Bruch ließ aber durchblicken, dass er generell Interesse an den Praktiker- Mitarbeitern habe. Diese seien für die Probleme, die im Unternehmen entstanden sind, nicht verantwortlich. „Da gibt es sehr viele tüchtige Leute, die andere Möglichkeiten brauchen, ihre Fähigkeiten zu entfalten“, sagte Bruch. Er rechnet mit einer schnellen Entscheidung zur Zukunft der Max-Bahr-Märkte, auf jeden Fall noch in diesem Jahr.

In den Globus-Supermärkten beobachtet Bruch den zunehmenden Wunsch nach regionalen Angeboten und Bio- Produkten. Auffallend gefragt seien inzwischen auch saarländische Weine. „Die werden immer besser“, sagt Bruch. Stark ausbauen will der Globus-Chef die Eigenproduktion von Wurst und Backwaren. In Saarbrücken, Güdingen und Homburg- Einöd seien bereits Backwaren aus der eigenen Bäckerei zu erhalten, in St. Wendel, Losheim, Saarlouis und Völklingen sei dies geplant. Deutschlandweit betreibt Globus 22 Bäckereien und 46 Metzgereien in Eigenregie. Mit diesem Angebot aus eigener Herstellung unterscheide sich die Kette von zahlreichen Mitbewerbern, auch den Discountern. „Wir sind mit unserem Sortiment in der Region verwurzelt und verfolgen einen Trend zu noch mehr Regionalität“, sagte Bruch. Das gelte genauso für Globus-Märkte in anderen Regionen, von denen es deutschlandweit inzwischen 46 gibt.

Als „erfreulich“ bezeichnet Bruch die Entwicklung im Ausland. In Russland will das Unternehmen bis 2015 die Zahl der Hypermärkte auf zehn erhöhen, im tschechischen Markt ist Globus bereits mit elf dieser Märkte vertreten. Insgesamt erzielt die Globus-Gruppe im Geschäftsjahr 2012/13 einen Umsatz von 6,68 Milliarden Euro, das ist ein Zuwachs von 3,4 Prozent. Dabei haben die deutschen SB-Warenhäuser um zwei Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zugelegt. Keine Probleme habe Globus mit dem Finden von Nachwuchskräften. Derzeit seien allein 1000 Auszubildende im Unternehmen. Zudem würden rund 100 junge Leuten jährlich in speziellen Trainee-Programmen geschult.
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