Die Vision bis 2020 ist ehrgeizig: Jährliches Umsatzwachstum in allen Unternehmensbereichen zwischen drei und fünf Prozent. Mit einer angestrebten Rendite von jeweils acht Prozent. Weber drückt den Stand der Umstrukturierung gegenüber unserer Zeitung so aus: „Es ist nicht nur wichtig, das Unternehmen zu stabilisieren. Wir müssen uns auch in der Offensive fühlen können. Dort sind wir angekommen. Wir haben wieder mehr Luft, um den Angriff zu stärken.“ Dieser Spielraum ist auch durch jüngste Verkaufserfolge entstanden: So wurde 2011 erheblich in die Marke Karlsberg Ur-Pils investiert. In einem Gesamtmarkt, der national wie international mit sinkendem Bierabsatz zu kämpfen hat. Karlsberg ist es dagegen gelungen, den Ur-Pils- Anteil in der Produktion zu stabilisieren. So kennzeichnet eine neue Optik das Ur-Pils. Ein neues Etiketten-Design ist Auftakt zu einer neuen Kampagne mit vielen Werbeaktionen. Überraschend hoch, selbst für das Management, hat sich die Nachfrage nach Weizenbier entwickelt. Karlsberg konnte 2011 rund 20 Prozent mehr Weizenbier verkaufen. Karlsberg- Weizen ist erst seit zwei Jahren im Angebot. 2012 soll der Schwerpunkt der Aktivitäten auf den Ausbau der Marktanteile von Urpils und Weizen liegen.
Die zweite große Marke im Unternehmen, Mixery, hat 2011 um vier Prozent zulegen können, während der Markt der Bier-Mischprodukte deutschlandweit schrumpft. Große Wachtsums-Erwartungen richten sich auch an das Produktsegment Gründels, Gründels Classic und Gründels Fresh. Zumal dieser Markt nicht den klassischen Bier-Sorten in die Quere komme. Um neue Zielgruppen zu gewinnen, will sich Karlsberg stärker auf modernen Kommunikations- Plattformen einbringen. Ein neues Betreuungs- Konzept soll mehr Gastronomie-Betriebe zu Kooperationen bewegen. 2011 konnten 107 Neuverträge abgeschlossen werden. Verstärkt wird zudem die Zusammenarbeit mit Sportvereinen. Neben regionalem Wachstum als Schwerpunkt der Brauerei will der Karlsberg-Verbund auch im Ausland Chancen suchen. Zumal sich die Brauerei schon immer international engagiert hat. So werden die Produkte von Homburg und der unternehmenseigenen Brauerei im elsässischen Saverne aus in 45 Länder exportiert. Eine neue Marktchance bietet Canada. Nachdem bisher in Saverne das Produkt „Boris“ als Starkbier produziert und per Containerschiff nach Canada verfrachtet wurde, hat Karlsberg 2011 vor Ort eine Brauerei erworben, die jährlich 40 000 Hektorliter Bier herstellt. Die Produktion der Boris-Getränke ist unter anderem aus steuerlichen Gründen sowie zur weiteren Marktexpansion von Frankreich nach Canada verlegt worden. Von dort aus soll das Produkt auch in Argentinien punkten. Neu ist zudem ein Malzbier, das in Homburg gebraut und per Container nach Taiwan verfrachtet wird. Von dort wurde zuvor Interesse signalisiert.
HINTERGRUND
Die Karlsberg-Brauerei investiert bis Ende 2013 rund zehn Millionen Euro in die Modernisierung der Technik am Standort Homburg, insbesondere im Gär- und Lagerkeller. Erreicht werden soll eine deutliche Reduzierung des Energieverbrauchs bei der Kühlung, was auch eine Kostenersparnis bringt.Gleichzeitig soll die verbesserte Technik zur weiteren Steigerung der Produktivität beitragen. Alleine am Standort Homburg beschäftigt die Brauerei rund 500 Mitarbeiter, im Karlsberg-Verbund mit verschiedenen Geschäftsfeldern und Beteiligungen insgesamt 1300. Dazu gehört die Brauerei in Saverne genauso wie etwa die vendis Gastro Gmbh. ts
































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