Die saarländischen Zahnärzte schütteln den Kopf über eine Studie der Krankenkasse Barmer GEK und sagen: Die Saarländer sind keine Zahnarzt-Muffel. Die Ergebnisse des Kassenreports seien nur ein Teil der Wahrheit.
(Veröffentlicht am 27.04.2012)
Saarbrücken.
Saarbrücken. Die saarländischen Zahnärzte sehen ihre Patienten nicht als Vorsorgemuffel. Eine Studie mit einem entsprechenden Befund hatte die Krankenkasse Barmer GEK kürzlich veröffentlicht. „Die Saarländer sind besser als ihr Ruf“, sagte Dr. Wolfgang Carl, Vorstandsmitglied der Zahnärztekammer des Saarlandes. Der „Zahnreport 2012“ der Barmer GEK hatte ergeben, dass etwa 70 Prozent der Deutschen, aber nur knapp 64 Prozent der Saarländer zahnärztliche Leistungen in Anspruch nehmen. Außerdem verpassten zwei von drei Kindern zwischen zweieinhalb und sechs Jahren die individuellen Untersuchungen zur Früherkennung.
Carl sagte, die Studie beruhe auf Abrechnungsdaten, die für sich genommen aber noch keine Aussage über die Zahngesundheit träfen. „Abrechnungsdaten sind nicht falsch – aber eben nur ein Teil der Wahrheit.“ Er verwies darauf, dass sich die Zahngesundheit bei Kindern und Jugendlichen bundesweit seit Jahrzehnten deutlich verbessere. Ein Zwölfjähriger habe zu Beginn der 80er Jahre im Durchschnitt beispielsweise noch sieben faule Zähne gehabt, heute aber nur noch einen. Ein Gutachten aus dem Jahr 2009 habe zudem ergeben, dass 98,8 Prozent der saarländischen Erstklässler „naturgesunde bleibende Zähne“ hätten.
In einem Punkt unterstützt Carl aber die Kasse: „Insbesondere Kleinkinder sollten dem Zahnarzt häufiger und früher vorgestellt werden. Da können wir den Grundstock dafür legen, dass ein Gebiss gesund bleibt.“ red