Gestern bestätigte Ferner den Wechsel: „Ich habe den Vertrag am Sonntag unterschrieben“, sagt er. Verbunden mit dem Ziel, mit dem derzeitigen Tabellenachten kommende Runde „eine vernünftige Oberligasaison zu spielen. Wir werden auch versuchen, oben mitzuspielen. Das kann aber niemand garantieren“, sagt der 63-Jährige. Dass er zur Borussia geht, begründet er mit der Vermutung, „dass bei entsprechendem Erfolg wieder großes Interesse am Traditionsverein geweckt werden könnte“. Doch Ferner betont, dass er bis zum 30. Juni noch beim FCS unter Vertrag steht und bis dahin „mit voller Konzentration für den FCS arbeitet“. Nicht nur, weil der FCS die Liebe des Ex-Torhüters ist, sondern weil es sein Anspruch ist, Verträge zu erfüllen.
148 Spiele machte Ferner für den FCS. Über Bocholt, Chicago und Oberhausen kehrte er Mitte der 90er Jahre wieder zurück zum FC, arbeitete zehn Jahre als Trainer im Jugend- und Amateurbereich, ehe er 2005 den Verein zum zweiten Mal verließ. Über Kutzhof und Friedrichsthal führte ihn 2007 sein Weg abermals zurück zum FCS, den er aus der Oberliga ohne Zwischenstopp zurück in die 3. Liga führte. Dort war für den 63-Jährigen Schluss. Nicht, weil er nicht mehr wollte, sondern weil der DFB will, dass auf den Trainerbänken der 3. Liga nur Übungsleiter mit der Fußballlehrerlizenz sitzen dürfen. Die hatte Ferner nicht. Und so kam Jürgen Luginger zum FCS, besetzte die Trainerbank, Ferner war fortan Sportdirektor und mit der Position unglücklich.
„Ich bin ein Trainer, kein Funktionär“, sagte er des Öfteren. Stets Kompromisse eingehen, nicht mehr das alleinige Sagen am Spielfeldrand zu haben – im November erklärte Ferner dem Aufsichtsrat, dass er seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern wolle. Am 17. Januar ging Ferner an die Öffentlichkeit, begründete seine Nicht-Vertragsverlängerung mit seiner Sehnsucht nach dem Trainerstuhl. Viele Fans vermuteten, dass ihre Vereinslegende in den Mühlen des Funktionärsdarseins von vermeintlichen Mitstreitern zermürbt wurde. „Eigentlich ist dazu alles gesagt worden“, sagte Ferner gestern. „Wir sollten das Thema ruhen lassen. Aber ich hätte sicher noch zwei, drei Jahre beim FCS bleiben können. Der Verein hätte mir keine Steine in den Weg gelegt.“
Nun geht er nach Neunkirchen. Wieder zu einem Verein, der ganz unten ist. In der Oberliga auf Platz acht, das schöne Stadion marode, die Jugendabteilung bröckelig und 140 000 Euro Schulden. „Wir haben einige Baustellen“, gibt Borussen- Chef Ferraro zu: „Wir müssen das Land, die Stadt und unsere Fans wieder für die Borussia begeistern. Wir sind überzeugt davon, dass Dieter Ferner uns dabei helfen kann. Besser kann ein Trainer nicht passen. Er ist überall anerkannt und kennt sich bestens aus.“ Ferner sagt, „dass für die Strukturen andere verantwortlich sind, ich aber sicher mit Rat und Tat zu Seite stehe“. Sein Hauptaugenmerk will er auf die 1. Mannschaft legen – dennoch bleibt seine Arbeit bei der Borussia eine Mammutaufgabe. „Ich freue mich darauf“, sagt er. Man muss es ihm glauben.

































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