„Es geht uns nicht darum, Raser davonkommen zu lassen“, begründet der Verkehrsexperte der Union, Thomas Jarzombek, den Vorstoß. „Wir wollen aber zwischen Verkehrssicherheit und Abzocke eine Grenze ziehen.“ So sieht es auch die FDP: „Das strikte Verbot von Radarwarnern in Navigationsgeräten ist nicht mehr zeitgemäß“, sagt der verkehrspolitische Sprecher Oliver Luksic. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) müsse daher im Rahmen der geplanten Flensburg-Punktereform die bestehende Regelung „auf den Prüfstand stellen“. Die FDP-Bundestagsfraktion sei klar für diese Initiative. Seitens der Unionsfraktion liegt sogar der Entwurf eines Antrags an den Bundestag vor, in dem eine entsprechende Änderung der Straßenverkehrsordnung verlangt wird. Darin spricht sich die Fraktion dafür aus, dass Navis nicht punktgenau, sondern in einer Zone „von etwa 500 Metern“ vor Blitzanlagen warnen. „Damit wird der jeweilige Bereich, in dem der Fahrzeugführer besonders vorsichtig fährt, erweitert“, heißt es in dem Papier.
Autofahrer sollen laut Jarzombek durch Starenkästen gezwungen werden, an Gefahrenstellen „mit angepasster Geschwindigkeit zu fahren“. Greife man diese Logik auf, „ist es nur sinnvoll, wenn möglichst viele Menschen, auch Ortsunkundige, auf diese Gefahrenstelle mithilfe des Navis hingewiesen werden“. Gleichwohl füllen viele Kommunen und Länder ihre klammen Haushalte mit den Blitzer-Einnahmen, Widerstand gegen den Vorstoß scheint programmiert.
In Deutschland gibt es nach Angaben der Internetseite radarfalle.de rund 3800 fest installierte Anlagen. Davon stehen allein 1021 in Baden-Württemberg und 935 in Nordrhein-Westfalen. Im Saarland seien es lediglich sieben. Hinzu kommen Tausende mobile Messgeräte, die vor allem von Polizei und Kommunen täglich aufgestellt werden. Vor diesen Radarfallen soll nach dem Willen der Koalitionspolitiker auch weiter nicht gewarnt werden dürfen: „Autofahrer müssen noch das Gefühl haben, man kann erwischt werden, wenn sie rasen“, findet Jarzombek.

































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