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Berlin

Studie: Anteil der Erwerbstätigen unter den Älteren gestiegen

Von SZ-Korrespondent Stefan Vetter

Der Anteil der Erwerbstätigen unter den Älteren ist einer Studie zufolge seit dem Jahr 2000 stetig gestiegen. Doch liegt die Beschäftigungsquote weit unter dem Durchschnitt der gesamten erwerbsfähigen Bevölkerung. (Veröffentlicht am 22.02.2012)

Rente

Der Anteil der Erwerbstätigen unter den Älteren ist einer Studie zufolge seit dem Jahr 2000 stetig gestiegen. Foto: dpa (Symbolbild)

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Berlin. Die im Vormonat gestartete Einführung der Rente mit 67 ist für Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auch durch die aktuellen Arbeitsmarktdaten gerechtfertigt. Gestern stellte sie eine Untersuchung vor, wonach nicht nur die Beschäftigungsquote der Älteren deutlich gestiegen ist. Mehr ältere Arbeitnehmer würden auch die Produktivität in den Betrieben verbessern. Die Gewerkschaften meldeten dagegen erneut Bedenken gegen eine Anhebung des Renteneintrittsalters an.

Seit Januar bekommen Arbeitnehmer das Gesetz zur Rente mit 67 zu spüren. Beginnend mit den Versicherten des Jahrgangs 1947 steigt demnach das Renteneintrittsalter bis 2024 um jeweils einen Monat pro Jahr und danach bis 2029 um jeweils zwei Monate. Der erste Jahrgang, für den die Rente mit 67 am Ende voll greift, sind die 1964 Geborenen. Im Gegenzug hatte die Politik eine spürbare Verbesserung der Beschäftigungslage versprochen.

Nach Einschätzung von der Leyens ist man dabei auf gutem Weg: „Dass sich in zehn Jahren der Anteil der Erwerbstätigen in den Jahrgängen kurz vor der Rente mehr als verdoppelt hat, ist ein beachtlicher Erfolg“, sagte die CDU-Politikerin nach einem Treffen mit Vertretern von Arbeitgebern und Arbeitnehmern.

Laut Studie ist der Anteil der Erwerbstätigen unter den Älteren seit dem Jahr 2000 stetig gestiegen. Die stärksten Zuwächse waren unter den 60- bis 64-Jährigen zu verzeichnen. 2010 lag die Quote bei 40,8 Prozent. Zehn Jahre zuvor waren es nur 19,9 Prozent.

Darin erfasst ist aber jede Form von Beschäftigung – also auch Mini-Jobs. Zieht man nur die sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnisse in Betracht, bei denen man davon ausgehen kann, dass sie in ihrer Mehrheit existenzsichernd sind, dann ändert sich das Bild deutlich: Aktuell liegt die Beschäftigungsquote so nur bei 27,5 Prozent und damit um etwa die Hälfte niedriger als bei der arbeitsfähigen Gesamtbevölkerung (52,5 Prozent). Demgegenüber ist die Arbeitslosenquote bei Älteren höher als bei allen Beschäftigten. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit war im Januar von den 55- bis 65-Jährigen fast jeder zehnte ohne Job (8,9 Prozent). Die allgemeine Durchschnittsquote lag bei 7,3 Prozent. Obendrein werden viele Ältere gar nicht in der Arbeitslosenstatistik erfasst. Das betrifft zum Beispiel jene, die über 58 sind und länger als ein Jahr Hartz IV beziehen. Ende 2011 waren das immerhin knapp 105 000 Personen.

In dem Gespräch mit der Ministerin mahnte die Gewerkschaftsseite deshalb eine umfassende Datenbasis zur Bewertung der Arbeitsmarktlage bei Älteren an. Die Beschäftigungssituation habe sich verbessert, meinte DGB-Chef Michael Sommer: „Aber sie ist nicht gut.“ Und zur Einführung der Rente mit 67 sei sie schon gar nicht angetan. Davon wollte von der Leyen aber nichts wissen. Sie räumte aber ein, dass „noch viel zu wenige“ ältere Arbeitslose den Sprung zurück in den Beruf schaffen würden: „Unser Ziel ist es, dass Arbeit auch für Menschen über 60 der Normalfall wird.“

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