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Berlin

Politikwissenschaftler Probst erwartet grüne Zustimmung zu Merkels Atomausstieg

Die Grünen stimmen heute auf einem Sonderparteitag über ihre Haltung zum schwarz-gelben Atomausstieg ab. Nach Einschätzung des Bremer Politikwissenschaftlers Lothar Probst wird die Partei den Kurs mittragen. Probst ist ein Kenner der Grünen. Mit ihm sprach unser Korrespondent Stefan Vetter. (Veröffentlicht am 25.06.2011)

Die Grünen stimmen heute auf einem Sonderparteitag über ihre Haltung zum schwarz-gelben Atomausstieg ab. Foto: dpa

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Berlin. Herr Probst, was ist problematischer für die Grünen: den Merkelschen Atomausstieg befürworten oder ablehnen?
Probst: Realistisch betrachtet ist beides mit Risiken behaftet. Eine Ablehnung des schwarzgelben Atomausstiegs würden viele neu hinzu gewonnene Wähler nicht verstehen. Umgekehrt ist ein „Nein“ dazu geeignet, Teile der Umweltbewegung und der Parteimitglieder zu verprellen. In dieser Situation kann man es nicht allen recht machen.

Was wäre das kleinere Übel?
Probst: Letztlich bleibt den Grünen nichts anderes übrig als zuzustimmen, zumal der schwarz-gelbe Ausstiegsplan verbindlicher ist als der alte Ausstiegsplan von Rot-Grün. Eine Zustimmung ist auch deshalb das geringere Übel, weil man kaum erwarten kann, dass Schwarz-Gelb nun plötzlich die Anti- Atomkraftbewegung für sich begeistert. Im Zweifel ist diese Bewegung den Grünen immer näher. Wenn auch zähneknirschend.

Gerade das Atom-Thema hat den Grünen zuletzt viel Zulauf gebracht. Bröckelt der jetzt wieder?
Probst: Die grünen Umfragewerte werden sich wohl wieder ein Stück normalisieren. Es wäre aber ein Trugschluss zu glauben, die Partei sei geschwächt. Der grüne Aufschwung hatte nicht nur mit der Atomdebatte zu tun. Der Wählerzuspruch vor allem in den gebildeten Bevölkerungsschichten war schon vorher da.  Das hängt auch damit zusammen, dass die Grünen ihre Agenda erweitert haben.


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