Die SZ hat zwei Elektrofahrräder
im Saarbrücker Stadtverkehr getestet
und festgestellt: Auch auf
dem Elektrofahrrad muss man in
die Pedale treten und läuft Gefahr,
sich einen Muskelkater einzufangen.
(Veröffentlicht am 09.10.2011)
Saarbrücken. In den 90ern hießen sie Elektrofahrräder. Heute E-Bikes oder Pedelecs. Nicht nur die Technik hat sich verbessert, auch die Optik. Ich bin skeptisch: Elektro-Räder sind was für Senioren, Menschen mit Einschränkungen oder Tretfaule, denke ich. Seit 2005 haben sich die Verkaufszahlen in Deutschland von rund 25 000 auf etwa 200 000 in 2010 verachtfacht. Ein Boom, keine Frage. Unsere städtische Müllabfuhr, der Zentrale Kommunale Entsorgungsbetrieb (ZKE), hat vergangene Woche zwei Elektroräder in Betrieb genommen. Die Deutsche Post nutzt sie schon seit Anfang der 90er. „Im 66er Postleitzahlengebiet werden 170 E-Bikes eingesetzt“, sagt Pressesprecher Heinz-Jürgen Thomeczek, um „schwierige topografische Verhältnisse“ auszugleichen und Postzustellern „über 50 Jahren die Arbeit zu erleichtern“. Mit meiner Annahme, den Parcours zu meistern, ohne zu treten, liege ich falsch. Daniel Walter, Fachmann bei „Tolle Räder“ in der Vorstadtstraße 45, erklärt: „Sie müssen treten. Ohne Ihr Zutun springt der Elektromotor nicht an. Ist ja kein Mofa.“ Dann zeigt er mir mein Testrad. Es ist von Cube, schwarz, cool, sieht aus wie ein Mountainbike und hört auf den Modellnamen „Epo“. Im Gegensatz zum gleichnamigen Dopingmittel ist mein Rad legal und für den Straßenverkehr zugelassen, schmunzelt Walter. „Das Rad hat einen Hinterradmotor“, sagt er, „der Akku ist in der Sattelstütze versteckt und hat etwa eine Reichweite von 70 Kilometern.“ Drei Stufen stehen zur Wahl.