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Misshandelte Heimkinder streben mit Härte zum Ziel



Misshandelte Heimkinder streben mit Härte zum Ziel
Von Von SZ-Korrespondent Werner Kolhoff,  02. April 2009, 00:17 Uhr
Berlin. Schon bei seiner heutigen zweiten Sitzung steht der "Runde Tisch Heimkinder" vor einer Zerreißprobe. Untersucht werden soll das Schicksal Hunderttausender, die in den 50er und 60er Jahren in vornehmlich kirchlichen Heimen Schikanen und Misshandlungen ausgesetzt waren. Nun droht das Gremium wegen des Streits über Entschädigungszahlungen vorzeitig zu scheitern
Berlin. Schon bei seiner heutigen zweiten Sitzung steht der "Runde Tisch Heimkinder" vor einer Zerreißprobe. Untersucht werden soll das Schicksal Hunderttausender, die in den 50er und 60er Jahren in vornehmlich kirchlichen Heimen Schikanen und Misshandlungen ausgesetzt waren. Nun droht das Gremium wegen des Streits über Entschädigungszahlungen vorzeitig zu scheitern. Auch deshalb, weil sich ehrgeizige Anwälte eingeschaltet haben.

Mitte Februar hatte die ehemalige Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer (Grüne) als Moderatorin mit Mühe ein erstes Treffen zu Stande gebracht. Dabei erklärten die Kirchenvertreter ihr Bedauern über die damaligen Vorgänge. Auch die Länder waren dabei, und der Verein ehemaliger Heimkinder (VeH) schickte drei Vertreter, darunter seinen Vorsitzenden Hans-Siegfried Wiegand. Ein Arbeitsprogramm wurde festgelegt und eine Infostelle für Betroffene beschlossen. Vollmer betonte, das Gremium sei kein Tribunal. Ob es Entschädigungszahlungen geben werde, sei offen. Alles werde geprüft.

Kurz danach gab es Streit im Verein. Die Mehrheit des Vorstandes verlangte die Einbeziehung der Rechtsanwälte Gerrit Wilmanns und Michael Witti, um die Forderung nach Entschädigungen voranzutreiben. VeH-Chef Wiegand trat daraufhin von seinem Amt zurück. "Das ist ein Crashkurs, der nicht gut gehen kann", sagte er unserer Zeitung. Seine Nachfolgerin Monika Tschapek-Güntner konterte, Wiegand habe wegen "seiner unkritischen Nähe zu Frau Vollmer kein Vertrauen mehr gehabt".

Nun geben die Anwälte den Takt vor.

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