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Die „Rose in der Wüste“ hat zu viele Dornen



London
Die „Rose in der Wüste“ hat zu viele Dornen
Von  Katrin Pribyl, 
21. April 2017, 02:00 Uhr
Porträt Sie ist Britin – und die Ehefrau des syrischen Diktators. Bis heute hält Asma al-Assad zu ihrem Mann. Jetzt diskutiert Großbritannien über den Entzug ihres Passes.

Es gab Zeiten, da wurde Asma al-Assad mit allem Pomp im Buckingham-Palast empfangen. 2002 schüttelte sie Königin Elisabeth II. die Hand, ihr Mann stand lächelnd daneben. Vor sechs Jahren pries das Modeblatt „Vogue“ die attraktive Frau als „Rose in der Wüste“. Just zu der Zeit brach der syrische Bürgerkrieg aus. Die heute 41-Jährige, Teil des brutalen Assad-Clans, wurde zur verhassten „First Lady der Hölle“. Sie stand stets zu ihrem Mann, verteidigte das Handeln der Regierung in Damaskus. Macht sie das zur Komplizin von Kriegsverbrechern?

Um solche Fragen geht es derzeit in Großbritannien. Denn dort war Asma al-Assad einmal besser bekannt als Emma Akhras, so lautet ihr englischer Rufname. Die Tochter einer syrischen Diplomatin und eines Kardiologen ist in West-London geboren und aufgewachsen, hat bis heute einen britischen Pass. Und obwohl die EU 2012 ein Einreiseverbot verhängte, kann sie theoretisch jederzeit ins Königreich kommen. Einige Parlamentarier auf der Insel fordern nun, ihr die Staatsbürgerschaft abzuerkennen.

Die modern auftretende Asma al-Assad hatte im Westen Hoffnung geweckt. Sie besuchte eine Londoner Eliteschule, studierte Informatik und französische Literatur am renommierten Kings College, arbeitete bei der Deutschen Bank und bei JP Morgan. Die Heimat ihrer sunnitischen Familie kannte sie nur von Urlauben. Die Beziehung zu Baschar al-Assad begann während seines Medizinstudiums in London. Im Dezember 2000 heirateten die beiden, einige Monate zuvor hatte Assad nach dem Tod seines Vaters das Präsidentenamt übernommen.

Seine Frau verlieh der Beziehung Glamour, und den scheint sie auch in Kriegszeiten bewahren zu wollen. Gehackte E-Mails machten 2012 öffentlich, wie Asma al-Assad im Internet auf Shoppingtour ging. Von einer venezianischen Glasvase aus dem Luxus-Kaufhaus Harrods über edle Designer-Schuhe bis hin zu teuren Möbeln und Kronleuchtern – die stets gestylte First Lady gab zehntausende Pfund aus. Daraufhin wurde ihr Vermögen in Europa eingefroren.

Der konservative britische Abgeordnete Nadhim Zahawi kritisiert jedoch vor allem die Überzeugungen der Diktatoren-Gattin: Sie sei eine der „Ober-Cheerleaderinnen“ in Assads „mörderischer Unterdrückungs-Kampagne“. Tatsächlich nutzt die 41-Jährige soziale Medien, um die „Märtyrer“ des Regimes zu loben und den Westen der Lüge zu bezichtigen. Das Leben in dem kriegsgeschüttelten Land zeichne sie derweil „auf glückselige Weise normal“, ätzt Zahawi. Auf Fotos umarmt sie, gekleidet in Designer-Klamotten, lächelnde Kinder in Schulen oder tröstet Mütter aus Aleppo, die zu ihr aufschauen. Asma al-Assad, die selbst drei Kinder im Teenager-Alter hat, inszeniert sich als „Mutter aller“. Derweil werden in ihrem Land tausende Kinder auf barbarische Weise ermordet und verwundet – mutmaßlich auf Anweisung ihres Ehemanns Baschar.

Es liegt nun an der britischen Innenministerin Amber Rudd, über den Fall zu entscheiden. Da al-Assad auch syrische Staatsbürgerin ist, wäre ein Entzug des britischen Passes nicht illegal. Die Behörden müssten jedoch nachweisen, dass diese Maßnahme „für das Allgemeinwohl förderlich ist“. Nach eigenen Angaben hat die Frau des syrischen Machthabers zwar alle Angebote, ins Exil zu gehen, abgelehnt. Dennoch fordert der Abgeordnete Zahawi ein starkes Signal Großbritanniens: „Asma al-Assad sollte nie wieder in unserem Land willkommen sein.“

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