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28. November 2016, 02:00 Uhr

Der „Der Tagesspiegel“ (Berlin) beschäftigt sich am Sonntag mit der Gewalt gegen Frauen: Gewalt, die von Männern ausgeht und sich gegen Frauen richtet, ist in der Regel Gewalt gegen Schwächere, also feige und verachtenswert. Muss das wirklich noch mal extra gesagt werden? (. . .) Leider ja. Und vermutlich ändert sich daran so schnell auch nichts. Eher ist zu befürchten, dass die Lage wieder schlechter wird, auch als Folge des sich derbe rauflustig gebenden Populismus, der gerade gut ankommt: Schluss mit dieser albernen Political Correctness, weg mit dem übertriebenen Schutz für Schwache, warum sollen nicht allein die Starken selbstbewusst und kernig das Maß der Dinge sein?

Die „Rheinpfalz am Sonntag“ (Landau) kommentiert die Forderung nach Schweigeminuten für die umkämpfte Stadt Aleppo:

Wieder schaut der Westen beim Abschlachten von Zivilisten zu. Dafür werden Schweigeminuten vorgeschlagen in Deutschland. Es ist eine ebenso menschliche wie folgenlose Geste. Hätten Amerikaner und Europäer frühzeitig eine Flugverbotszone proklamiert, hätte es eine Chance gegeben, die Höllentore am Himmel über Aleppo zu schließen, auch ohne Einsatz von Bodentruppen. Aleppo zeigt, dass man durch Nichtstun schuldig werden kann.

Die „Neue Zürcher Zeitung am Sonntag“ vergleicht die Rolle von Fidel Castro und Donald Trump: Da Castro sein Regime im Namen des sogenannt Guten errichtete, waren die 68er blind für dessen negative Seiten. Funktionell erfüllte Castro für die damalige neue Linke dieselbe Rolle wie Trump für die gegenwärtigen Attacken von rechts auf das heutige Establishment. Der Tycoon ist für die Populisten ein Held, weil er diese als Figur und als Ideengeber in ihrer Revolte gegen „linke Eliten“ befeuert. Großzügig sehen auch seine Fans über die enormen Defizite hinweg.

Die Londoner „Times“ bilanziert am Sonntag die Castro-Jahre: Kubas Charme lag für viele ausländische Besucher in seiner maroden Atmosphäre und den amerikanischen Autos aus den 50-er Jahren in den Straßen. Aber das waren lediglich äußere Anzeichen für das Scheitern Kubas unter Castro. Er sowie andere, die es besser wissen konnten, machten dafür das – durchaus zu rechtfertigende – Embargo verantwortlich (. . .). Doch es war nur ein weiteres Beispiel eines kommunistischen Experiments, das jämmerlich fehlgeschlagen ist.

Dudweiler

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