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Über Maha Vajiralongkorn weiß man in Bayern mehr als in der Heimat



Bangkok
Der neue König ist den Thailändern ein Rätsel
Über Maha Vajiralongkorn weiß man in Bayern mehr als in der Heimat

Von dpa-Mitarbeiterin Christiane Oelrich,  30. November 2016, 02:00 Uhr

Maha Vajiralongkorn

Was die Thailänder aus offiziellen Kanälen über ihren nächsten König wissen, ist ziemlich dürftig. Dass Maha Vajiralongkorn (64), den die Regierung gestern dem Parlament als Nachfolger von seines Vaters Bhumibol Adulyadej vorschlug, durchtrainiert ist und im blauschwarzen Radrennfahrer-Outfit eine ziemlich gute Figur macht, das ja. Doch was Vajiralongkorn so umtreibt – man weiß es nicht.

Das liegt daran, dass die thailändischen Royals Welten von dem entfernt sind, was man in Europa so kennt: Da füllen die knallige Mode der lustigen Maxima der Niederlande oder die Familienplanung von Victoria von Schweden ganze Klatschmagazine. Vajiralongkorn kommt in Zeitungen und im Fernsehen in seiner Heimat nur so vor, wie der Palast es wünscht: immer ernst, nie nahbar, meist bei buddhistischen Königszeremonien, Paraden oder diplomatischen Empfängen. In Bayern weiß man da fast mehr: Denn hier hat Maha Vajiralongkorn zwei Villen in Tutzing und Feldafing am Starnberger See. In Thailand ist dagegen ein Tabuthema, dass sein jüngster Sohn Dipangkorn Rasmijoti (11) in Bayern zur Schule geht. Was nach der Scheidung aus dessen Mutter Srirasmi, seiner dritten Frau wurde, auch. Was machen seine vier im Ausland lebenden Söhne aus der zweiten Ehe? Die erste Frau bekam bei der Scheidung 1991 wenigstens den Titel „Prinzessinenmutter der ersten Enkelin des Königs“. Besagte Enkelin, Vajiralongkorns Älteste, Prinzessin Bajrakitiyabha (37), war einmal Botschafterin in Österreich.

Neugierige Fragen verhindert ein eher striktes Gesetz gegen Majestätsbeleidigung. 15 Jahre Haft drohen jedem, der sich anders als völlig devot über die königliche Familie äußert. In Zeiten des Internets lassen sich im Ausland erstellte Geschichten und gemachte Fotos zwar nicht unterdrücken. So etwas herunterzuladen oder gar weiterzuleiten, ist aber gefährlich. Seit 2014 ist eine Militärregierung an der Macht, und die schwingt die Keule des Gesetzes besonders bedrohlich.

Dies sind die bekannten Fakten: Vajiralongkorn wurde mit 13 Jahren nach Großbritannien auf die Schule geschickt, dann nach Australien. Dort absolvierte er auch eine Militärakademie. Dann machte er in der Luftwaffe Karriere, als Pilot für Hubschrauber und große Jets. Die Boeing nach München fliegt er meistens selbst. Ein deutscher Insolvenzverwalter klebte 2011 mal einen Kuckuck auf die Maschine, weil sein deutscher Mandant Forderungen gegen den thailändischen Staat hatte. Vajiralongkorn war außer sich, hieß es. Die Regierung zahlte flugs.

Thailand hat zwar wie die europäischen Länder mit Königsfamilien eine konstitutionelle Monarchie, aber die Rolle des Königs ist eine ganz andere. Der verstorbene König Bhumibol war eine Integrationsfigur in dem politisch tief gespaltenen Land. Ein Wink von ihm konnte die Regierungsgeschicke beeinflussen. Er wurde wie ein Gottvater verehrt und konnte streitende Landsleute mit einem Machtwort auf Versöhnungskurs bringen. Die Trauer der Thailänder nach seinem Tod ist beispiellos. Seit Wochen tragen Millionen Menschen schwarz und weinen noch immer, wenn die Königshymne gesungen wird. Als hätten sie das Gefühl, dass der alte König unersetzlich ist.

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