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19. Oktober 2016, 02:00 Uhr

Die „Westfalenpost“ (Hagen) freut sich über mehr Geburten: Einfach mal zurücklehnen und nicht das Haar in der Suppe suchen: Deutschland erlebt einen kleinen Baby-Boom - und das ist doch eine schöne Nachricht. Die Gründe sind vielfältig, und sie haben auch mit Politik zu tun. (. . .) Ein stichhaltiger Beweis, dass die Familienpolitik einen direkten Einfluss auf die Geburtenrate hat, lässt sich schwerlich erbringen. Aber warum sollten Elterngeld und Kita-Ausbau nicht auch positive Auswirkungen zeitigen?

Die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ gibt zu bedenken:

1,5 Kinder pro Frau – wer daraus einen „Babyboom“ ableitet, übertreibt. Die Bedeutung der Zahl liegt in ihrem Zustandekommen: Der Geburtenanstieg geht auf Frauen aus Migrantenfamilien zurück. Wenn sich die Gesellschaft durch ethnisch-kulturelle Vielfalt weiter auffächert, kommt den Integrations-Institutionen noch größere Bedeutung zu. Es liegt an Kitas und Schulen, den neuen Deutschen gemeinsame Erzählungen, Erfahrungen und Werte zu vermitteln.

Der „Südkurier“ aus Konstanz kommentiert die Großoffensive gegen den IS in Mossul: Fällt die Stadt, platzt der Traum vom Kalifatsstaat. (. . .) Der Kampf um Mossul zeigt, dass sich selbst eine derart fanatisierte Truppe militärisch sehr wohl in die Knie zwingen lässt, sofern ihre Gegner zusammenstehen und sich nicht einschüchtern lassen. Hätte sich der Westen beizeiten zu dieser Einsicht durchgerungen, wäre den Opfern des IS viel Leid erspart geblieben. Jetzt sind die Kosten eines Sieges ungleich höher. Jede Niederlage auf dem Schlachtfeld beanwortet der IS mit neuen Terrorangriffen in Europa, um die Menschen zu zermürben und die Front der Gegner zu spalten. Auch wenn Mossul fallen sollte: Der Kampf gegen den Terrrorismus ist noch lange nicht gewonnen.

Die „Berliner Zeitung“ fordert eine demokratische Entscheidung der SPD-Kandidatenfrage: Aus der absurden Lage gäbe es nur noch einen radikalen Ausweg: Die SPD beruft einen Sonderparteitag ein. Gabriel und Schulz kandidieren gegeneinander. Es wäre eine transparente und kontroverse Entscheidung. Ein Stück gelebte Demokratie, das vielleicht sogar skeptische Wähler mitreißt. Es wäre ein offenes Duell um Inhalte und Personen mit vollem Risiko. Genau deswegen wird es ziemlich sicher so nicht kommen.

St Ingbert

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