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Projekt Juniorwahl vermittelt Schülern, wie eine Bundestagswahl abläuft





Saarbrücken
Projekt Juniorwahl vermittelt Schülern, wie eine Bundestagswahl abläuft
Von SZ-Mitarbeiter Benjamin Rannenberg,  20. September 2013, 20:03 Uhr
Neun Schulen im Land sind seit Montag Wahllokale. Schüler der Klassen sieben bis zwölf simulieren die Bundestagswahl und machen ihre Kreuzchen. Das Projekt Juniorwahl soll der politischen Bildung dienen, hieß es.


 
Wenige Tage vor der Bundestagswahl haben hunderte saarländische Schüler schon ihre Kreuze auf Stimmzetteln gemacht. Denn im Vorfeld der Wahl veranstalten neun Schulen, die meisten davon sind Gymnasien, eine so genannte „Juniorwahl“. Schüler der Klassen sieben bis zwölf sollen dabei Demokratie erleben. Im Mittelpunkt stehe das Üben, Entscheidungen zu treffen und sich eine eigene Meinung zu bilden, schreibt der überparteiliche Verein Kumulus als Veranstalter. So realitätsnah wie möglich solle die Wahl ablaufen. Dafür wurden die Schulen mit einem Wahllokal, also mit Wahlkabine und Wahlurne, ausgestattet.

Finanziert wird diese Juniorwahl aus Bundes- und Landesmitteln und Spenden. Am Wahlsonntag um 18 Uhr gibt der Verein Kumulus das Ergebnis auf seiner Internet-Seite bekannt. Am Rande der Juniorwahl-Woche kritisierte Kumulus das Saar-Kultusministerium. Das Saarland sei eines der wenigen Länder, die die Juniorwahl „in keinster Weise unterstützt“ haben. Auf SZ-Anfrage hieß es jedoch aus dem Ministerium, wie in den vergangenen Jahren sei den Initiatoren der Juniorwahl angeboten worden, das Projekt an den Schulen zu bewerben. Über die Teilnahme entschieden aber die Schulen. Das Saarbrücker Rotenbühl-Gymnasium ist eine der Schulen, die an der Juniorwahl teilgenommen hat. Landesweit wählten rund 3400 Schüler, so der Verein. Unter den 200 Juniorwählern des Rotenbühl-Gymnasiums ist Veronika Schröder aus Saarbrücken. Die 16-Jährige testete vor der Juniorwahl den Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung und wusste danach, wo sie ihr Kreuz macht. „Mich interessiert zum Beispiel der Syrien-Konflikt und wie die Kanzlerin und die Kandidaten dazu stehen“, sagte sie der SZ. Einerseits ärgere sie sich darüber, dass sie mit 16 noch nicht wählen dürfe. Doch andererseits sei das vielleicht gut so, denn sie könnte sich für „die falsche Partei“ entscheiden. Auch Nadine Petry aus Quierschied half der Wahl-O-Mat, sich zu entscheiden. „Ich finde es interessant, wie die Wahl ausgeht“, sagte die 16-Jährige.

Auch wenn die Stimmen der Juniorwähler kein Gewicht hätten, halte sie die Juniorwahl für ein „hervorragendes Projekt“, sagte Andrea Kirchner, Politik-Lehrerin am Rotenbühl-Gymnasium. Viele ihrer Schüler wüssten nicht, wie eine Wahl ablaufe. „Ich glaube, dass ein Großteil der Jungwähler nicht wählen geht, weil sie nicht wissen, wie es funktioniert“, sagt Kirchner. Daher hoffe sie, dass viele Schüler später auch zu den „echten“ Wahlen gingen.

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