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Bergbau-Gutachter räumt alter Grube Velsen hohen Rang ein





Velsen
Bergbau-Gutachter räumt alter Grube Velsen hohen Rang ein
Von SZ-Redakteurin Doris Döpke,  30. März 2012, 16:52 Uhr
Die Zukunft der alten Grube Velsen ist noch offen. Klar ist aber schon jetzt, dass sie nach Experten-Ansicht zu den bedeutenden saarländischen Bergbau-Zeugnissen zählt – auch wegen ihrer Lage an der Grenze.
Velsen. Was wird aus der alten Grube Velsen? Eine einfache Frage. Sie zu beantworten, ist aber offenbar gar nicht einfach. Gerhard Wack (CDU), geschäftsführender Staatssekretär im saarländischen Wirtschaftsministerium, Delf Slotta, Leiter der im selben Haus angesiedelten Lenkungsgruppe Bergbauflächen, und Rudolf Krumm von der RAG Montan Immobilien (MI) GmbH erläutern im SZ-Gespräch erst einmal die Komplikationen, an die die Frage rührt.
Das im Herbst in Auftrag gegebene Gutachten, das alle saarländischen Bergbaustandorte bewerte, werde im August erwartet. Und erst in der Zusammenschau könne man Konkretes sagen über einzelne Orte. Nicht nur über ihre Bedeutung als Geschichtszeugnisse. Sondern auch über ihr Zukunftspotenzial – der Gutachter habe ausdrücklich den Auftrag, auch Ideen und erste Konzepte für eine neue Nutzung der Flächen zu entwickeln.
Doch was Velsen angeht, war die Landesregierung im Wort. Mit Velsen solle sich der Gutachter gleich zu Beginn befassen und Anfang 2012 eine erste, vorläufige Bewertung vorlegen: Das hatte Joachim Kiefaber (FDP), früherer Wirtschafts-Staatssekretär, versprochen. Diese Bewertung gebe es jetzt, sagt Wack: „Für den Gutachter ist Velsen ein besonders wichtiger Standort.“

Einer von vielen? Oder einer, der ganz oben auf dem Treppchen steht? Und wie sieht die Besonderheit aus? „Velsen wird als ‚besonderer Standort’ nur eine Rolle spielen können in Verbindung mit dem Carreau Wendel“, sagt Wack. Grenzüberschreitend, passend zur geografischen Lage – „das wird das Alleinstellungsmerkmal sein können“. Rudolf Krumm sekundiert: Im Projekt „Der Warndt nach dem Bergbau“ sei die Idee entstanden, in Velsen die wechselvolle deutsch-französische Beziehung zu dokumentieren. Damit befasse sich nun der Gutachter. Sicher, das Gruben-Thema gehöre zu Velsen, „der Ort atmet Bergbau“, sagt Krumm. Aber so bestehe „die Chance, den Bogen zu schlagen, weit über den Bergbau hinaus“. Kein „Stehenbleiben bei ‚Dingler-Dampfmaschine Jahrgang 1916’?“, also nicht nur Bergbau-Historie und –Technik. Kommt demnach eine Nutzung als eine Art Museum in Frage, so wie es das Landesdenkmalamt in seiner Studie über saarländische Grubenstandorte vorgeschlagen hatte – wenngleich nicht als reines Bergbaumuseum? Delf Slotta bremst: „Da ist der Gutachter bislang noch nicht.“ Doch im Mai, sagt Wack, werde der Gutachter ein Zwischenergebnis vorlegen.
Wie auch immer das ausfällt: Wenn das Land denn Geld in die Hand nehme, etwa für die touristische Entwicklung „besonders wichtiger“ Bergbau-Orte, dann, sagt Wack, müsse auch die neue Nutzung besonders und dadurch zukunftsträchtig sein.



Meinung
Unter günstigen Vorzeichen
Von SZ-Redakteurin Doris Döpke


Erst im August kommt das Gutachten, dann erst beginnt offiziell das Planen für die Zukunft der saarländischen Bergbau-Standorte – spät, zu spät, die Landespolitik hat das Thema viel zu lange aufgeschoben. Doch lassen wir beiseite, was sich leider nicht mehr ändern lässt. Und schauen nur auf Velsen: Für diesen Ort – und damit für die Region – sieht es derzeit gar nicht übel aus.
Das reizvolle, zum großen Teil denkmalgeschützte Gebäude-und Technik-Ensemble ist in gutem Zustand. Der Fortbestand des Erlebnisbergwerks ist gesichert, dank engagierter Ehrenamtlicher, die es jetzt auf eigenes Risiko für Besucher öffnen und erhalten wollen – und dank der Flexibilität, die das Bergbauunternehmen RAG letztlich gezeigt hat. Keine Gefahr im Verzug, der Druck ist raus. Wenn handfestes Planen für Velsens Zukunft erst im Herbst anfängt, geht nichts verloren, entsteht kein Schaden. Was zählt, ist, dass dann etwas beginnt, durchdacht und professionell. Und dass dabei auch das Land mittut. Dafür, so scheint es, stehen die Zeichen jetzt günstig.
 
Auf einen Blick
Um das Erlebnisbergwerk Velsen, den ehemaligen Lehrstollen, kümmert sich vom 1. April an ein Verein. Er hat es zum symbolischen Preis gepachtet von der RAG und will dort Besucher einführen in die bergmännische Arbeitswelt. Das Eintrittsgeld, das die Gäste zahlen, dient zur Erhaltung der Anlagen. Der Stollen, in eine Sandsteinformation neben der alten Grube gehauen, bietet gut 700 Meter Untertage-Strecken auf drei Sohlen mit kompletter technischer Einrichtung. Führungen gibt es nach Vereinbarung. dd
www.erlebnisbergwerkvelsen.de








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