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Ein bunter Abend mit Alice Cooper in der Saarlandhalle





Saarbrücken
Ein bunter Abend mit Alice Cooper in der Saarlandhalle
Von SZ-Redakteur Tobias Kessler,  31. Juli 2013, 12:05 Uhr
Nur drei Konzerte der aktuellen Tournee gibt Alice Cooper in Deutschland – eines davon war am Montagabend in der Saarlandhalle. Ein unterhaltsamer Abend voller Rock-Theatralik.
So ändern sich die Zeiten. In den 70ern schockierte er noch – heute gibt es Alice Cooper als Plüschbär, für 30 Euro an der Verkaufstheke: passenderweise als Panda, ist der schwarzweiße Bambus-Esser um die Augen herum doch von Natur aus so dunkel wie Cooper nach einer Sitzung am Schminktisch.

Die Vorgruppe am Montagabend, Neonfly aus London, kann einem in der mäßig gefüllten Saarlandhalle fast leid tun – der Sänger ist gut bei Stimme, Gitarrist und Bassist lassen beeindruckend ihre Mähnen wehen. Aber ihr Material ist ein großes Déjà vu, ein Potpourri der letzten 30 Jahre Hardrock. Wer die obligatorische Ballade mit einer Zeile wie „Baby, don't you cry“ beginnt und pompöse Songtitel wie „Highway to nowhere“ erfindet, darf sich nicht wundern, wenn er wenig Eindruck hinterlässt; auch wenn er sich noch so abmüht, mit viel Bewegung auf der Bühne und einem fast heiligen Ernst.

Letzteren gibt es bei Alice Cooper nicht. Der Veteran zelebriert ein ironisches Rock-Spektakel, wenn er mit gespielter Strenge ins Auditorium blickt, seine Gitarristen auspeitscht, zu „Billion Dollar Babies“ Geldnoten und Perlenketten ins Publikum wirft und zum Song „Caffeine“ aus einem Becher trinkt, in den wohl 150 Liter Kaffee passen. Sympathisch absurd das Ganze, optisch aufwendig inszeniert in der Kulisse einer Katakombe, mit Funkenregen, Explosionen, Donner und Blitz. Diese Theatralik mit Hang zum Aufgedonnerten ist willkommen, denn sie unterstützt den Zeremonienmeister Cooper, dem man seine 65 Jahre anmerkt – in der ersten Hälfte des Konzerts agiert er meist statisch, die Stimme ist rau, zwischendurch gönnt er sich eine Verschnaufpause, seinem Schlagzeuger ein donnerndes Solo.

Stärker gerät die zweite Hälfte, da greift Cooper tief in die Trick- und Kostümkiste. Als Dr. Frankenstein im Weißkittel erschafft er mit viel Nebel und Funken ein Drei-Meter-Monster, das über die Bühne wandelt, singt in einer Zwangsjacke, und schließlich wird eine Guillotine herangekarrt, die Cooper kopflos macht. Bewusst absurdes Rock-Theater ist das, irgendwo zwischen der blutigen Offenherzigkeit der französischen Grand-Guignol-Bühnenkunst, dem naiven Jux der Muppet Show und der offenkundig nur gespielten Bösartigkeit eines Räuber Hotzenplotz.

Beim Finale tobt die Halle, zu „Poison“ und „School's out“ regnet es Konfetti und Luftballons, es hat etwas von einem Kindergeburtstag. Cooper mag Dr. Frankenstein spielen und Gasmaske tragen, aber im Grunde ist er der nette Onkel, der seinen Neffen und Nichten am Lagerfeuer Gruselgeschichten erzählt. Schön, dass er noch einmal da war.

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