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Lehrer gesteht Kindesmissbrauch





Lehrer gesteht Kindesmissbrauch
13. Februar 2009, 18:57 Uhr
Ein Grundschullehrer hat vor dem Landgericht eingeräumt, dass er eine Schülerin im Unterricht mehrfach sexuell missbrauchte. Er betonte aber: Das Ganze sei nicht so oft passiert, wie das Mädchen (9) sagt.
Saarbrücken. Es ist der Albtraum von Eltern schulpflichtiger Kinder: „Da bringt man morgens sein Kind zur Schule, damit auf dem Weg nichts Schlimmes passiert. Und dann passiert genau das im Unterricht. Dann ist der Lehrer, der das Kind beschützen soll, der Mann, der es missbraucht.“ Mit diesen Sätzen brachte am Freitag einer der Zuschauer den ersten Tag im Prozess gegen einen 61 Jahre alten Grundschullehrer auf den Punkt.

Der Pädagoge soll zwischen 1990 und 2008 an zwei Schulen im Saarpfalz-Kreis fünf Mädchen in 29 Fällen unsittlich berührt haben. Außerdem soll er im August und September 2009 ein neun Jahre altes Mädchen fast täglich im Unterricht bedrängt haben. Die Schülerin habe dabei meist auf dem Schoß des 61-Jährigen gesessen. Dabei sollen er und das Kind teilsweise entblößt gewesen sein und sich berührt haben. Das Ganze soll gegenüber der Klasse mit dem vorgehaltenen Klassenbuch verdeckt worden sein. Oder es passierte im Zuge des Sportunterrichts, wenn der Lehrer und die Schülerin allein im Materialraum der Turnhalle waren. Dann soll der Mann seinen nackten Unterleib an dem des Kindes gerieben haben. 26 Fälle in Klassensaal und Materialraum listet die Anklage auf. Der Pädagoge, der seit Jahrzehnten im Schuldienst arbeitet und im Jugendfußball aktiv ist, erklärte zu all diesen Vorwürfen zunächst: „Im Wesentlichen gebe ich es zu.“ Dann relativierte, ja verharmloste er das Geschehen aus jüngster Zeit aber deutlich. Beispiel: Er habe das Kind oberhalb des Bauchnabels geküsst, nicht unterhalb. Er betonte zudem: „Ich hatte keine sexuellen Motive. Es war eher Mitleid.“ Das Kind habe Probleme und immer Bauchschmerzen gehabt. Er habe ihr helfen wollen. „Dann sind solche Dinge entstanden, die ich selbst nicht verstehen kann.“

Nach diesen Aussagen des Mannes musste das Gericht dessen neun Jahre altes Opfer als Zeugin hören. Das passierte zum Schutz des Kindes unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dabei soll das Mädchen die Vorwürfe der Anklage bestätigt haben, hieß es im Anschluss. Dem Kind, dass von der Beratungsstelle Nele und von der Zeugenbetreuung der Justiz unterstützt wird, gehe es (wieder) relativ gut. Es hatte seine Nöte Anfang September vergangenen Jahres erstmals seinen Eltern offenbart. Die informierten Schule und Polizei. Der Pädagoge wurde daraufhin sofort vom Dienst suspendiert. Als dies bekannt wurde, meldeten sich weitere Opfer. Der Angeklagte kam in Untersuchungshaft. Die entsprechenden Vorwürfe aus früherer Zeit wies der Pädagoge jetzt letztlich komplett zurück. Da sei nichts gewesen. Es habe zwar einmal – wohl um 1992 – Vorwürfe in diese Richtung gegeben. Aber Schulleitung, Schulrat und Ministerium hätten damals gemeint: Wenn es so schlimm gewesen wäre, dann hätte jemand Anzeige erstattet. Das sei aber nicht geschehen. Also müsse man nichts tun.

Dazu meinte am Freitag einer der heute zuständigen Polizisten: Der damalige Schulleiter habe über diese Sache – zwei Mädchen wollten unbedingt raus aus der Klasse des Angeklagten – einen Vermerk gemacht. Mehr habe der Schulleiter nicht getan. Ein Unding, das aus heutiger Sicht niemand verstehen könne. Der Prozess wird fortgesetzt.



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