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Wie Saarlands Parteien im Internet um Wähler kämpfen



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Wie Saarlands Parteien im Internet um Wähler kämpfen
13. April 2009, 20:51 Uhr
Wichtig ist er allen etablierten Parteien: der Wahlkampf übers Internet. Nur bei der Frage, wie viele Wähler sie damit überzeugen, scheiden sich die Geister.
 
Von SZ-Redakteur Patrick Griesser

Saarbrücken. Wahlkampf im Internet. Den kann jeder links oder rechts liegen lassen – außer den Parteien. Werden die Wähler in der echten Welt von Infoständen und Plakatwänden während der heißen Phase kurz vor der Landtagswahl im Sommer vermutlich umzingelt, lassen sich Internetauftritte schlichtweg ignorieren. Wer nicht selbst aktiv wird und sich Politik per Mausklick ins Büro oder ins Wohnzimmer holt, der kann bis zum 30. August virtuell ohne die Wahl leben.

Freilich kein schöner Gedanke für CDU, SPD, FDP, Grüne und Linke, die teilweise mit großem Eifer an ihrer Internetpräsenz arbeiten und nahezu allesamt eine beachtliche Wirkung übers Netz entfalten wollen. Dafür wird bereits oder soll in naher Zukunft auf den meisten großen Online-Portalen politisch Farbe bekannt werden. Der eigene Internetauftritt gehört da schon zur Pflichtaufgabe: Die saarländische CDU, SPD und FDP haben ihre Visitenkarte im Netz bereits auf die Wahl ausgerichtet. Grüne und Linke wollen Ende des Monats nachziehen. Parallel nutzen nahezu alle weitere Plattformen, wie die Videoseite youtube.de, den Bilderspeicher flickr.de und natürlich die sozialen Netzwerke, die zugleich Diskussionsplattform, Treffpunkt und in eigenen Gruppen Kristallisationspunkt für Mitglieder und Sympathisanten sind.

:: Hier klicken und den SPD-Film "Stoppt die Raserei" (Foto oben) mit Peter Müller und Oscar Lafontaine in den Hauptrollen anschauen


Mobilisierung entscheidet

Besonders gut vernetzt sind CDU und SPD auf wer-kennt-wen.de – während die Union im so genannten Peter Müller Team dort etwa 1650 Mitglieder vereint, sind es bei der SPD unter dem Slogan „Wir machen’s“ knapp 1300. „Eine Dialogkampagne“ betreibt die SPD nach Angaben von Sprecher Thorsten Bischoff und rückt besonders Spitzenkandidat Heiko Maas nach vorne. Bischoff: „Das Internet ist keine Gewähr, dass man eine Wahl gewinnt, aber ohne kann man die Wahl verlieren.“ CDU-Landesgeschäftsführer Jörg Kohl analysiert: „Das Internet ist ein Instrument zur Mobilisierung, und Mobilisierung wird die Wahl entscheiden.“ Entscheidend für den Wahlausgang sei aber der klassische Wahlkampf. So große Übereinstimmung zwischen Schwarz und Grün gab es selten: Auch Grünen-Generalsekretär Markus Tressel setzt die größere Hoffnung auf Kandidaten zum Anfassen: „Wahlkampf findet nicht im virtuellen Raum statt“, sagt Tressel. Spätestens Anfang Mai wollen die Grünen im Netz aber ebenfalls ein neues Gesicht zeigen.
Anders gewichtet die Linke – derzeit ebenfalls mehr theoretisch. Die Parteiseite steckt, wie der Grünen-Auftritt, noch im politischen Alltag. Thomas Lutze vom Landesvorstand erwartet aber, dass sich 30 Prozent der Wähler übers Netz ansprechen lassen. Die sollen ab Ende April unter anderem mit leichter Kost gewonnen werden. Ein Beispiel? Lutze: „Unterhaltsame Filme zum Linkssein.“

Kandidaten, Inhalte, Termine

Wer sich davon überzeugen will, warum die FDP die richtige Wahl sein könnte, findet zwar weniger Hochglanz und weniger technische Präzision als bei CDU und SPD, aber das obligatorische Angebot über Kandidaten, Inhalte und Termine. FDP-Mitarbeiterin Petra Meiser spricht von einem hohen Stellenwert der Internetkampagne und sagt: „Die Wähler sollen wissen, was sie bekommen.“

Ferngesteuerter Prügelknabe

Mitunter ist „Politik“ im Web auch verspielter als das noch 2004 beim letzten Urnengang der Fall war: Die Junge Union lässt auf machdenoskar.de ihren Prügelknaben ferngesteuert per Tastatur Genossen verhauen. Der SPD gelang bislang der größte Coup mit einem Kurzfilm. Titel: „Stoppt die Raserei“. Peter Müller und Oskar Lafontaine demolieren als Comicfiguren in Rennautos das Land und Heiko Maas ist der lächelnde Dritte. Über 20.000 Zugriffe verzeichnet der Streifen und selbst CDU-Landesgeschäftsführer Kohl räumt ein: „Der Beginn ist witzig.“ Und tritt anschließend auf die Bremse: „Der Film verliert aber unheimlich, als Heiko Maas ins Bild kommt.“

Es herrscht Wahlkampf im Land und wer will, kann sich im Netz davon überzeugen.

Auf einen Blick Saarländische Parteien und Kandidaten im Netz:

www.cdu-saar.de
www.spd-saar.de
www.fdp-saar.de
www.gruene-saar.de
www.linke-saar.de
www.peter-mueller.de
www.heiko-maas.de
www.oskar-lafontaine.de
www.christoph- hartmann.com
www.hubert-ulrich.de
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