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Saarbrücker Gulliver-Welt macht nach 35 Jahren zu





Saarbrücken
Saarbrücker Gulliver-Welt macht nach 35 Jahren zu
Von SZ-Mitarbeiter Frank Bredel,  12. Oktober 2012, 17:29 Uhr
Nach 35 Jahren ist die Gulliver-Welt im Deutsch-Französischen Garten ab übernächsten Sonntag Geschichte. Renee Mohr schließt mit Wehmut. Einen Brunnen nimmt sie als Erinnerung an ihre Mini-Welt mit. Mit Fotos.
Saarbrücken. Renee Mohr (82), die Chefin der Saarbrücker Gulliver- Welt im Deutsch-Französischen Garten (DFG), weiß genau, was am Sonntag, 21. Oktober, auf sie zukommt. „Am letzten Tag werden wir ein wenig weinen.“ Um 18 Uhr ist dort nach 35 Jahren Schluss. „Heutige Väter waren früher mit ihren Opas hier und haben die Modelle bestaunt. Jetzt kommen sie mit ihren Kindern noch ein letztes Mal in unseren Park“, fügt sie hinzu und lässt sich nur mit Mühe zu einem Abschiedsfoto für die Zeitung bewegen. Der Abschied schmerzt.

Renee Mohr, die den Park mit ihrem Mann aufgebaut und betrieben hat, wird in Rente gehen und sich um die Enkel kümmern. „In meinem Alter fängt man ja nichts Neues mehr an“, sagt sie. Nun will sie in ihrem Haus in St. Arnual den Ruhestand genießen. Vom Park trennt sie sich mit Wehmut, denn der ist ihr Lebenswerk und war 35 Jahre lang auch ihr Lebensmittelpunkt.

Zernagt vom Zahn der Zeit

Täglich führte sie das kleine Bistro und kümmerte sich um alles. Trotzdem kamen die Modelle in die Jahre. Der Zahn der Zeit nagte an ihnen, und das Wetter setzte ihnen zu. Viele sind beschädigt. Mit Reparaturen kam man nicht mehr nach.

Zerstörungswut tat ein Übriges. Vandalen zerstörten in einer Nacht allein 22 Modelle. „Mein Mann und ich hätten sowieso nicht mehr ewig weitergemacht“, erzählt sie, sichtlich frustriert darüber, dass die Stadt Saarbrücken den Pachtvertrag für das Gulliver-Gelände gekündigt hat.

Nun rechnet sie für den letzten Sonntag der Gulliverwelt, also für eben jenen 21. Oktober, mit einem Besucheransturm, da man ja nach diesem Termin nicht mehr in die Gulliver-Welt gehen könne. „Wir wissen noch nicht genau, wie es weitergeht, wir haben mit dem Abbau bis Ende April Zeit und verhandeln mit einem Aufkäufer, der eventuell die gesamte Einrichtung, die Spielgeräte und die Modelle, übernehmen möchte. Mit ihm sind wir aber noch nicht handelseinig“, sagt Mohr.

Die Oldtimerbahn sei schon abgebaut. Ein Zwischenhändler verkaufe sie nach Russland oder Afrika. Nur ein Erinnerungsstück will Mohr behalten, einen kleinen Brunnen, der in ihren Garten kommen wird. Und die Akropolis soll in den Garten der Tochter. Das Modell soll sie an die Urlaube in Griechenland erinnern. Alle anderen Modelle werden abgebaut. Die Stadt Saarbrücken hat schon Pläne. Auf der Fläche entstehen ein Spielplatz und ein Eingang vom Deutschmühlental, der französischen Gästen den Zugang erleichtern soll.




 




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