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Vor Konzert in der Saarlandhalle: Alice Cooper im SZ-Interview





Saarbrücken
Vor Konzert in der Saarlandhalle: Alice Cooper im SZ-Interview
28. Juli 2013, 10:11 Uhr
Alice Cooper war schon lange ein Schock-Rocker, bevor Marilyn Manson so getauft wurde. Seine Bühnenshow ist berüchtigt für den Einsatz eines elektrischen Stuhls, einer Guillotine und von viel Kunstblut. Am Montag gastiert Cooper mit seiner neuen Show in der Saarlandhalle. SZ-Mitarbeiter Kai Florian Becker sprach mit dem 65-Jährigen über Golf als Therapie und seine umstrittene Show.

Trotz Ihres Alters legen Sie sich auf der Bühne mächtig ins Zeug. Wie bereiten Sie sich auf eine Tour vor, um mental und physisch fit zu sein?

Alice Cooper: Nun, ich habe in den letzten 35 Jahren keinen Alkohol mehr getrunken. Ich glaube nicht, dass es vor 1980 ein Bild von mir gab, auf dem ich nicht einen Drink in der Hand halte. Ich war völlig abhängig. Dafür musste meine Gesundheit ihren Tribut zollen. Eines Tages wachte ich auf und spuckte Blut. Heute lebe ich gesünder. Ich bin mit meinen 65 Jahren in einer besseren Verfassung, als ich es mit 30 war. Das macht es einfacher, auf Tour zu gehen. Ich bereite mich weder mental noch physisch vor. Ich packe meine Sachen, und los geht's. Ich spiele nur täglich Golf, was mich fit hält. Außerdem schreibe ich ständig Songs und nehme immer welche auf, so dass meine Gedanken stets um Musik kreisen. Davon ab bin ich eine Tour-Ratte. Ich brauche das.

Es war zu lesen, dass Sie dank des Golfspielens ihre Alkoholsucht bekämpft haben. Wie ging das?

Alice Cooper: Bevor ich mit dem Trinken aufgehört habe, hatte ich über 15 Jahre hinweg jede Stunde, in der ich wach war, einen Drink in der Hand. Ich musste mich also mit etwas beschäftigen, um von der Sucht loszukommen. Vom ersten Mal an, als ich einen Golfball voll traf, war ich süchtig danach. Ich sagte meiner Frau: „Bisher trank ich jeden Tag. Ich glaube, von nun sollte ich jeden Tag golfen.“ Wenn ich mich mit Profis austausche, sind selbst die überrascht, wie oft ich Golf spiele. Dieser Sport half mir, mich auf etwas anderes als das Trinken zu fokussieren. Ich tauschte sozusagen ein Sechserpack Bier gegen einen Sechserpack Golfbälle ein.

Wie oft golfen Sie denn?

Alice Cooper: Zuhause an sechs Tagen in der Woche. In der Gegend um Phoenix gibt es etwas mehr als 300 Golfplätze. Ich glaube, ich habe wohl jeden Kurs schon bespielt. Sogar auf Tour golfe ich ab und an. Zwei Mitglieder meiner Band spielen auch. An Konzerttagen sind es dann aber meist nur Neun-Loch-Runden. In Europa ist es aufgrund der größeren Entfernungen zu den Plätzen und unserem eng gesteckten Terminplan etwas schwieriger, das täglich zu realisieren.

Zur Ihrer provokanten Horror-Bühnenshow: Was glauben Sie, wie erfolgreich Sie ohne diese geworden wären?

Alice Cooper: In den Anfangstagen waren wir wie eine verbotene Frucht für die jüngeren Fans. Sobald deren Eltern uns hassten, hatten wir das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben. Neben all dem Theater auf der Bühne gab es natürlich noch die Musik. Ich glaube allerdings nicht, dass wir ohne die Schockeffekte zum Phänomen geworden wären. Aber unsere Musik hat ebenso überlebt, und wir sind eine Hauptstütze des Rock 'n' Roll geworden – sowohl musikalisch als auch showmäßig.

Einige finden Ihre Show überzogen und würden sie am liebsten verbannen. Andere amüsieren sich köstlich. Frank Zappa hatte mal die Frage in den Raum gestellt: „Does humor belong in music?“ (Gehört Humor in die Musik?). Wie lautet Ihre Antwort darauf?

Alice Cooper: Im Rock- und Horror-Genre gibt es zweifelsohne ein humoristisches Element. Offensichtlich gibt es düstere Elemente in meiner Show, aber auch viel zu lachen. Doch ehrlich gesagt ist bei mir längst nichts so schockierend wie in Shakespeare's „Macbeth“. Heutzutage kann man kein Publikum mehr schocken. CNN ist immer schockierender.
 
  • Termin: Alice Cooper am 29. Juli um 18 Uhr in der Saarlandhalle, Saarbrücken.
www.saarevent.com
www.alicecooper.com

Hintergrund


Bereits im Sommer 1990 war Alice Cooper im Saarland zu Gast – genauer gesagt im Neunkircher Ellenfeld-Stadion. Die Tour stand unter dem Motto „Alice Cooper Rocks Germany 90“. Im Vorprogramm spielten Extrabreit, Running Wild, Roko und 24-7 Spyz, mit denen später Blackeyed Blonde auf Deutschlandtour gingen. Legendär! Dass Cooper jetzt erneut ins Saarland kommt, weckt Erinnerungen an seine zigmal gehörten Hits „School's Out“ (1972), „Welcome To My Nightmare“ (1975) und „Poison“ (1989). kfb

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