Sie sind hier: HomeHauptordnerAufmacher

Geplanter Umbau des Ludwigsparkstadions wird konkreter





Saarbrücken
Geplanter Umbau des Ludwigsparkstadions wird konkreter
Von SZ-Redakteur Michael Kipp,  30. November 2012, 04:43 Uhr
Der geplante Umbau des „Ludwigsparks“ wird konkreter. Seit zwei Wochen ist die Machbarkeitsstudie beendet und bringt für das zukünftig 18 500 Zuschauer fassende Stadion etliche Infos ans Tageslicht.


 
Saarbrücken. Die vorläufige Machbarkeitsstudie zum Stadionumbau in Saarbrücken ist seit zwei Wochen da. Sie wird von der Stadt, dem Land und dem Club unter Verschluss gehalten. Mit den Studienerstellern vom Institut für Sportstättenberatung wollen sie die Studie erst beraten, anpassen. Erst „wenn die Endversion vorliegt, werden wir diese der Öffentlichkeit vorlegen“, sagt Stadtsprecher Thomas Blug.

28 Millionen Euro stellen Stadt (elf Millionen) und Land (17) für das Projekt zur Verfügung. Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken soll Miete zahlen. Wie berichtet, soll diese laut Studie bei einem anvisierten Zuschauerschnitt von 10 035 in der 3. Liga 450 000 Euro pro Saison betragen. Dazu wurde bekannt, dass auf dem Parkplatz vor der Eishalle ein Parkhaus mit 500 Plätzen entstehen soll. Das berichteten Quellen, die nun weitere Infos aus der Studie ausplauderten. So berichten sie, dass die Miete in der 2. Liga 900 000 Euro betragen soll und weitere Parkplätze vonnöten seien, die nicht in die 28 Millionen Euro eingeplant seien. Daher werde daran gedacht, Bund- und EU-Mittel für die laut Bauvorschriften mindestens 1000 zusätzlich nötigen Parkplätze zu beantragen.

Darüber hinaus sähe der Nutzungsplan des Stadions Folgendes vor: Es sollen mindestens 25 Fußballspiele pro Saison dort stattfinden. 17 Liga-Heimspiele des FCS, zwei Testspiele und zwei Spiele der 2. Mannschaft, zwei DFB-Pokalspiele, ein Nachwuchsländerspiel (oder Frauenländerspiel) und ein Saarlandpokalfinale. Dazu sollen in den Räumen des Stadions pro Jahr mindestens 45 Firmenveranstaltungen (Kongresse/ Meetings), zehn gesellschaftliche Veranstaltungen (Hochzeiten/Partys), sechs Hochzeiten und acht Unterhaltungsveranstaltungen (Kabarett, Theater) stattfinden können. Auch ein Open-Air-Konzert sei durchführbar.

Spielen während der Bauphase

Auch über die Ausstattung des Stadions gibt die vorläufige Studie offenbar einen Einblick. So soll dort die FCS-Geschäftsstelle auf 200 Quadratmetern Platz finden. Businessbereiche sollen sich über 2000 Quadratmeter erstrecken. Dort sollen kleinere Konzerte und Firmenveranstaltungen stattfinden können. Die Haupttribüne soll nach dem Umbau an der Camphauser Straße liegen und 3900 Sitzplätze bieten: 1000 Businessplätze, 300 Logenplätze in 25 Logen und 2600 „normale“ Sitzplätze. Die FCS-Fankurve bleibt Richtung Saarlandhalle, soll zur Geraden umgebaut werden und 5700 Stehplätze bieten. Das Spielfeld wird nicht gedreht. Damit sei gewährleistet, dass der FCS während der Bauphase im Stadion spielen könnte. Insgesamt soll das Stadion 18 500 Fans Platz bieten.

Das Betreibermodell soll so aussehen: Stadt und Land sollen Bauherr sein. Die Vermarktung der Drittveranstaltungen (alle, die nichts mit Fußball zu tun haben) soll europaweit ausgeschrieben werden. Spekuliert wird, dass sich die Saarbrücker Messegesellschaft bewerben will. Die Fußball-Veranstaltungen soll der FCS vermarkten. Hier scheint der Club einen professionellen Vermarkter wie „Sport Five“ ins Boot holen zu wollen.

Auch einen Businessplan soll die Studie enthalten. Ticketeinnahmen bei FCS-Heimspielen sollen beim Club bleiben, auch die Erlöse aus Businessplätzen. Einnahmen der Logenplätze sollen zu 80 Prozent beim FCS und zu 20 Prozent bei der Stadt bleiben. Geld aus der Spielfeldwerbung bliebe beim Club, von fester Werbung außerhalb des Stadions bei der Stadt. Von der Bewirtung des Stadions sollen 85 Prozent bei der Stadt bleiben, der auch die Namensrechte am Stadion vorbehalten sind.

Unterm Strich sollen für den Verein pro Saison 3,4 Millionen Gewinn möglich sein. Darunter seien viele Einnahmen, die der FCS bisher nicht generieren konnte (Businessplätze/Logen/ mehr Werbeflächen). Zum Zeitplan sagen unsere Quellen, dass bis zum Frühjahr die Anpassungen in der Studie abgeschlossen seien. Danach bedarf es politischer Beschlüsse, ehe die neunmonatige europaweite Ausschreibung für den Bau beginne. Danach wird wieder darüber abgestimmt, ehe Ende 2014, Anfang 2015 der Spatenstich erfolgen könne.

Teilen und diskutieren

Kommentieren Sie diesen Beitrag über Facebook, Twitter oder Google+:

FACEBOOK
GOOGLE+
TWITTER



LESE-EMPFEHLUNGEN
Ludwigsparkstadion
Saarbrücken

Politiker diskutieren Stadionbau

Die Reaktionen auf den möglichen Umbau des Stadions in Saarbrücken fallen unterschiedlich aus: Die SPD will erst einmal das Konzept prüfen lassen. Der Beamtenbund attackierte derweil die Landesregierung.Mehr
FCS
Saarbrücken

FCS hofft heute auf Punkte gegen Kickers Offenbach

Der 1. FC Saarbrücken hat durch den 3:2-Heimsieg am vergangenen Freitag gegen Dynamo Dresden viel Selbstvertrauen getankt. Heute ist der Tabellendritte Kickers Offenbach zu Gast im Ludwigspark-Stadion.Mehr
FCS
Saarbrücken

Sieben FCS-Spieler verletzt

Der 2:1-Sieg gegen Wacker Burghausen im Schneetreiben im Ludwigspark-Stadion brachte dem Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken nicht nur drei Punkte. Sieben Spieler meldeten sich gestern verletzt ab.Mehr


Anzeige
Anzeige
Neu für Vereine:
SaarZeitung

Termin melden

Text schicken


ANZEIGE
Beilagen






Anzeige