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Saarbrücker Islamforscher: "Der Islam ist mehr als eine Religion"





Saarbrücker Islamforscher: "Der Islam ist mehr als eine Religion"
05. Oktober 2010, 13:44 Uhr
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten. Gerd-Rüdiger Puin

Prof. Gerd-Rüdiger Puin ist Koranwissenschaftler an der Saar-Universität.
Foto: Maurer
Kaum jemand kennt das muslimische Denken so gut wie der Saarbrücker Islamforscher Gerd-Rüdiger Puin (69). SZ-Redakteur Thomas Schäfer sprach mit ihm über die von Bundespräsident Wulff entfachte Debatte.
„Der Islam gehört zu Deutschland“ – was denken Sie über diesen Satz des Bundespräsidenten?

Puin: Naja, wenn der Bundespräsident das sagt, ist es jetzt eben amtlich. Doch das ist reines Wunschdenken. Vielmehr zeigt sich erneut, dass es heute unmöglich geworden ist, gegen diese Art von religiöser Vereinnahmung zu sein. Man glaubt, dass der Islam eine Religion ist. Doch er ist mehr.

Nämlich?

Puin: Der Islam wehrt sich programmatisch gegen die Trennung von Staat und Religion. Das führt dazu, dass uns Vertreter muslimischer Verbände pausenlos Dinge sagen müssen, die wir gerne von ihnen hören. Natürlich sagen die, wir erkennen eure Gesetze an und hacken keinem die Hand ab. Aber warum sagen sie das, wo es für sie doch „Gottesrecht“ ist? Weil es im Moment nicht praktikabel ist. Für deutsche Muslime gilt sozusagen ein Moratorium – bis Deutschland muslimisch ist.

Übertreiben Sie nicht?

Puin: Keineswegs. Das gibt es schon in Europa. Schauen Sie nach Bradford in England. Der Bürgermeister, ein Moslem, hat dort eine Art Mufti-Rat gebildet. Vor jeder Anordnung, die er rausgibt, fragt er die Gelehrten, ob sie mit islamischem Recht vereinbar ist.

Ist es also eher gefährlich, den Muslimen offen die Hand zu reichen?

Puin: Die Kritik an Sarrazin hat gezeigt, dass es sinnlos ist, sich mit Argumenten auseinander zu setzen, die gewisse Defizite auf muslimischer Seite aufzeigen.
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