Sie sind hier: HomeHauptordnerAufmacher

Commerçon will Inklusion an weiterführenden Schulen verschieben





Saarbrücken
Commerçon will Inklusion an weiterführenden Schulen verschieben
01. März 2014, 01:53 Uhr
Am Entwurf des Saarländischen Bildungsgesetztes stehen Änderungen bevor: Bildungsminister Commerçon will die Zeitpunkte der Inklusion behinderter Schüler verschieben und jahrgangsübergreifenden Unterricht einführen.
Der saarländische Bildungsminister will das Bildungsgesetz ändern. Nach der externen Anhörung zum Gesetzentwurf zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention an Schulen will Ulrich Commerçon (SPD) mit der Inklusion behinderter Kinder an den beruflichen Schulen nicht wie ursprünglich vorgesehen im Schuljahr 2020/21 beginnen, sondern früher. Der Zeitpunkt dafür sei noch offen.

 Umgekehrt werde überlegt, die für das Schuljahr 2015/16 geplante Einführung der Inklusion an den weiterführenden Schulen um ein Jahr nach hinten zu verschieben. „Wichtig ist, dass wir genug Zeit haben, die konzeptionellen Voraussetzungen zu schaffen“, erklärte Commerçon. Anders als bei den Grundschulen fehle noch die tiefgehende Analyse.

Zur Debatte um die Inklusion an Gymnasien kündigte er eine Klarstellung an: „Es war nie der Sinn, das Gymnasium von der Inklusion auszunehmen. Da werden wir eine Änderung am Gesetzestext vornehmen. Der Bildungsauftrag ist am Gymnasium ein anderer als an den Gemeinschaftsschulen oder den beruflichen Schulen. Das Gymnasium hat den Auftrag, die Kinder zur allgemeinen Hochschulreife zu führen. Die Frage ist, für welche Kinder ist welche Schule der ideale Förderort?“ Schon heute gebe es an Gymnasien eine intensive Integration, etwa von Autisten mit hoher Begabung. Die Gleichwertigkeit mit den Gemeinschaftsschulen sieht er nicht gefährdet: „Gleichwertigkeit heißt nicht Gleichartigkeit.“

Darüber hinaus gebe es durch die Gesetzesänderung neue pädagogische Methoden, die den Lehrern den Umgang mit dem unterschiedlichen Wissensstand in den Klassen erleichtern sollen. „Im ersten Schuljahr sind die Kinder vom Entwicklungsstadium zwischen 4,5 und 8 Jahre alt“, sagt Commerçon. Daher könne jahrgangsübergreifender Unterricht sinnvoll sein. Dies sollen Schulen ohne Sondergenehmigung einführen können.

Außerdem: „Ein Kind mit Lese-Rechtschreib-Schwäche kann ein anderes Diktat bekommen als seine Mitschüler“, erklärt Commerçon. Momentan seien die Lehrer noch verpflichtet, diesen Kindern eine schlechte Note zu geben, da sie nicht das geforderte Leistungsniveau erreichen. Eine Versetzungsentscheidung werde erst nach der dritten Klasse getroffen. Kein Lehrer werde gezwungen, die Methoden zu nutzen, betonte der Bildungsminister. Am 19. März soll der Gesetzentwurf in den Landtag eingebracht werden, damit es pünktlich zum neuen Schuljahr verabschiedet ist. ukl

Schulweg
Saarbrücken

IHK fordert Schule schon für Fünfjährige

Saarbrücken. Die saarländische Industrie- und Handelskammer (IHK) hat die Landesregierung aufgefordert, angesichts des künftigen Fachkräftemangels die Qualitätsoffensive an Schulen konsequent ... Mehr
Saarbrücken

Land will mehr Ganztagsschulen

Kaum ein Thema spaltet die Elternschaft derzeit so wie die Einführung von Ganztagsschulen. Das ist wohl auch ein Grund dafür, dass von den im Koalitionsvertrag bis 2017 angestrebten 25 ... Mehr
Saarbrücken

Saar-Meisterschule: Will Bildungsministerium Lehrer abziehen?

Saarbrücken. Die Ausstellungseröffnung mit den Meisterstücken der Saarländischen Meister- und Technikerschule ist ein Termin, bei dem man die Arbeiten der jungen Leute gerne lobt und nett ... Mehr



Teilen und diskutieren

Kommentieren Sie diesen Beitrag über Facebook, Twitter oder Google+:

FACEBOOK
GOOGLE+
TWITTER



Anzeige
Neu für Vereine:
SaarZeitung

Termin melden

Text schicken


ANZEIGE
Beilagen






Anzeige