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Investition in saarländische Spitzenforschung: Google wird neuer Gesellschafter des DFKI





Investition in saarländische Spitzenforschung: Google wird neuer Gesellschafter des DFKI
Von  Christian Lauer, 
06. Oktober 2015, 14:10 Uhr
Klicken Sie auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten. DFKI-PK

DFKI-Chef Prof. Wolfgang Wahlster mit Saar-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und Wieland Holfelder, Engineering Director bei Google Deutschland. Foto: DFKI
Google investiert in Forschung "made in Saarland": Der Suchmaschinen-Riese beteiligt sich am Saarbrücker DFKI und wird neuer Gesellschafter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz. Für Saar-Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer ist dies "ein weiterer Beleg für die Exzellenz der saarländischen Informatik".


 
Saarbrücken. Großer Bahnhof am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz an der Saarbrücker Universität: Saar-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer begrüßte vor Ort, Bundesforschungsministerin Johanna Wanka per Video-Botschaft. Strahlende Gesichter überall: Der US-Internet-Konzern Google wird neuer Gesellschafter des DFKI - investiert so quasi in Informatik-Forschung "made in Saarland".

Google hat einen Anteil am DFKI erworben und wird damit der 17. Partner und Anteilseigner aus der Industrie. Schon bisher arbeitete das gemeinnützige DFKI mit dem Suchmaschinen-Riesen zusammen. Die Aufnahme in den Gesellschafterkreis hebe die Kooperation auf die nächste Stufe. Google sitzt künftig auch im Aufsichtsrat des Forschungszentrums. Für die Saarbrücker Informatiker heißt das konkret: Die Attraktivität des Forschungsstandortes Saarbrücken erhöht sich noch einmal deutlich. Das DFKI arbeitet an den Standorten Saarbrücken, Kaiserslautern, Bremen und Osnabrück.

Zum ersten Mal steigt Google in ein europäisches Institut ein

Für die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer ist der Einstieg Googles "ein weiterer Beleg für die Exzellenz der saarländischen Informatik". Dies sei das erste Mal, dass Google in ein europäisches Forschungsinstitut einsteige. Für das Saarland sei dies "ein ganz besonderer Tag". Bundesforschungsministerin Johanna Wanka, die zum Zeitpunkt der Pressekonferenz mit der Bundeskanzlerin in Indien weilte, freute sich per Videobotschaft über die Zusammenarbeit.

Prof. Wolfgang Wahlster, Geschäftsführer des DFKI, gab erste Einblicke, wohin die gemeinsame Reise mit Google führen kann: Das Internet der Dinge sei ein Thema, Mobilität, Arbeiten und Wohnen der Zukunft sowie autonome Assistenzsysteme - also die Auswirkungen der IT auf ziemlich alle Lebensbereiche der Zukunft. Auch das unterstützte Leben im Alter sei ein wichtiger Punkt. Das DFKI erfahre durch die Beteiligung einen weiteren Attraktivitätsschub, um hervorragende Studierende und Forscher anzulocken. Bereits der Einstieg von Intel als Gesellschafter habe diesen Effekt nach sich gezogen.

Mögliches Thema: Spracherkennung fürs Google-Auto

Für Google war der Einstieg bei den Saarbrücker Forschern der nächste logische Schritt: Dr. Wieland Holfelder, Engineering Director bei Google Deutschland, sagte im Rahmen der Pressekonferenz, Google und das DFKI arbeiteten schon seit 2001 erfolgreich zusammen. In den Bereich des natürlichen Sprachverstehens seien bereits Erkenntnisse des DFKI eingeflossen. Auch bei der Abwehr von Spyware oder Spam, z.B. in Google Mail, nutze Google Erkenntnisse des Saarbrücker Partners. Beim selbstfahrenden Auto sei das Verstehen von Sprache bedeutend - eines der Forschungsgebiete in Saarbrücken.

Mehr als 30 Google-Mitarbeiter, die heute an den Standorten in München, Zürich oder in den USA arbeiten, haben zuvor am DFKI in Saarbrücken studiert und geforscht.

Am DFKI forschen 450 Mitarbeiter und weitere 350 studentische Mitarbeiter aus insgesamt rund 60 Ländern. Das Jahresbudget liegt bei 41 Millionen Euro. Zu den Gesellschaftern gehören - neben Neu-Partner Google - unter anderem Microsoft, Intel, BMW, SAP und das Saarland.

Hintergrund zum Google-Deal mit dem DFKI

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