Sie sind hier: HomeHauptordnerAufmacher

Saarländische Unternehmen helfen mit IT-Systemen bei der Ernte





Hannover
Saarländische Unternehmen helfen mit IT-Systemen bei der Ernte
Lothar Warscheid,  12. März 2014, 20:28 Uhr
IT-Systeme kommen neuerdings auch in Mähdreschern und Traktoren zum Einsatz. Die elektronischen Erntehelfer sollen sich für die Landwirte richtig lohnen.
Mähdrescher oder Traktoren fahren nicht mehr nur über das Feld, um die Ernte einzubringen oder Äcker für die Aussaat vorzubereiten. Sie werden vielmehr zu fahrbaren Kommunikations- und Logistik-Plattformen, die Daten aus dem Internet beziehen und weitergeben. Ein Beispiel dafür ist am Stand der Telekom-IT-Tochter T-Systems auf der Computermesse Cebit in Hannover zu sehen. Dort zeigen der Mähdrescher-Hersteller Claas und die Telekom, „wie aus einer Erntemaschine ein kommunizierendes System wird“, erläutert der Saarbrücker T-Systems-Geschäftsführer Ferri Abolhassan.

Anhand der Daten des Mähdreschers werden die Fahrer eingeteilt, die mit ihren Kippern das Getreide abtransportieren. Außerdem werden die Tank-Autos koordiniert, die eine Mähdrescher-Flotte zur Erntezeit mit Diesel versorgen. Fällt eine „Maschine aus, arbeitet das System einen Notfall- und Ersatzplan aus“, heißt es am Ausstellungsstand von T-Systems und Claas. Zudem sendet der Mähdrescher Wartungsinformationen, bevor ein Maschinenteil kaputtgeht. Das spart Stand- und Reparaturzeiten. Das Ganze wurde im vergangenen Sommer bereits in Sachsen-Anhalt ausprobiert. „Die Kosteneinsparung lag bei knapp zehn Prozent“, sagt ein Claas-Mitarbeiter.

Ein ähnliches Projekt verfolgt die Saarbrücker Firma Eyeled zusammen mit dem Traktorenhersteller John Deere. Eyeled  spielt einige Fälle durch, die den Ernteeinsatz verzögern können – so zum Beispiel der Ausfall eines Gespanns von Traktor und Kornanhänger. „Unser System ruft dann Ersatzfahrzeuge herbei“, sagt Eyeled-Entwickler Michael Wirth. Auf seinem Traktor-Display sieht der Fahrer per Satellit, wohin er als nächstes fahren muss, wenn ein Feld abgeerntet ist. „Zur Erntezeit werden oft orts?unkundige Lohnfahrer eingesetzt, für die diese Informationen sehr wichtig sind“, erläutert Wirth.

Ein weiterer Trend ist, dass sich Nutzer nicht nur per Smartphone oder PC ins Netz einloggen, sondern das Web in Anspruch nehmen, ohne sich über die Endgeräte Gedanken zu machen. Eine solche Anwendung hat die Saarbrücker Firma Semvox entwickelt.  Bei dem ODP S3 genannten Assistenzsystem tritt der Benutzer mit einer Computerstimme in einen Dialog, sobald er in sein Auto steigt. Über das Smartphone hat der Wagen bereits den Fahrer erkannt, die elektronische Assistentin ruft seine Termine ab und stellt das Navigationsgerät darauf ein. „Sollte es zu einer Verspätung kommen, macht die elektronische Assistentin Vorschläge, was zu tun ist“, sagt Norbert Pfleger, Vorsitzender der Semvox-Geschäftsführung. Sie schlägt zum Beispiel das Versenden einer E-Mail vor oder fragt, ob der Nutzer eine individuelle Mail diktieren will. Die Antwort liest sie dann vor. Wenn das Wetter umschlägt oder sich ein Stau aufbaut, informiert sie den Fahrer darüber. OPD S3 soll als Plattform konzipiert werden, „auf der die Entwickler der jeweiligen Anwender ihre Anforderungen an ein Sprachassistenz-System anpassen können“, erklärt Pfleger. „Wir vergeben die Lizenz und kümmern uns um die System-Einführung.“
 

 
Schneller zum Behinderten-Ausweis

Landesregierung gibt Startschuss für neuen Online-Dienst

Hannover/Saarbrücken. Saarländer  können künftig über das Internet schneller einen Schwerbehinderten-Ausweis beantragen. Den Startschuss für diesen Online-Dienst mit dem Namen Schwebnet gaben gestern Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und Sozialminister Andreas Storm (beide CDU) auf der Computermesse Cebit in Hannover. „Der soziale Bereich ist für die elektronische Kommunikation hervorragend geeignet“, sagte Storm. „Für behinderte Menschen wird der Umgang mit den Behörden erleichtert.“ Das Saarland ist das erste Bundesland, das diesen Dienst anbietet.

Der Antrag läuft über die sogenannte „eID“ des neuen Personalausweises. Auf einem Kontaktformular kann der Nutzer seinen Antrag ausfüllen und an das Landesamt für Soziales schicken, das diesen dann bearbeitet und auch Befunde von den Ärzten anfordert. Wer noch keinen neuen Personalausweis hat, kann den Antrag auch online stellen, muss sich aber noch extra per Unterschrift identifizieren. Nähere Infos zu dem neuen Verfahren gibt es unter Telefon (0681) 99782181.

Das Saarland will außerdem ein soziales Intranet für die öffentliche Verwaltung aufbauen. Einen ersten Überblick darüber gab gestern Professor Christoph Igel vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI). So soll in diesem Netz beispielsweise die Weiterbildung organisiert  werden. low
 

Digitale Offensive für das Saarland


Hannover/Saarbrücken. Die Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) will im Saarland eine digitale Offensive in Gang bringen, damit das Land noch mehr Nutzen von seiner Kompetenz als IT-Land hat. Das kündigte sie gestern auf der Computermesse Cebit an. „Ich will nach der Cebit alle Akteure an einen Tisch bringen und mit ihnen besprechen, wie das vorhandene Wissen und Können noch stärker miteinander verknüpft werden kann.“ Zu dieser Offensive gehöre aber auch, dass der Ausbau der Breitband-Netze schneller vorangehen soll. Wo es hier administrative Hindernisse gibt, sollen diese möglichst schnell beseitigt werden, damit die Telekom das Netz verdichten kann. Außerdem soll sich die Zahl der Standorte, an denen der künftige, schnelle Mobilfunk-Standard LTE im Saarland genutzt werden kann, in diesem Jahr verdoppeln. Ferner sollen sich noch mehr Firmen aus den etablierten IT-Instituten heraus gründen. low


Teilen und diskutieren

Kommentieren Sie diesen Beitrag über Facebook, Twitter oder Google+:

FACEBOOK
GOOGLE+
TWITTER




Hannover/St Ingbert

Festo setzt auf Standort Saarland

Der Industriezulieferer Festo setzt massiv auf eine engere Vernetzung von Arbeitsabläufen in Unternehmen zwischen Menschen und Robotern. Dabei spielt auch das Festo-Lernzentrum in St. Ingbert eine große Rolle.Mehr
Hannover

Cebit: DFKI-Institut forscht über Zukunft der Arbeit

Wie sieht die Arbeit in der Produktion aus, wenn die Maschinen immer individueller und flexibler werden? Das will das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) jetzt erforschen.Mehr
Hannover

Cebit: Saarbrücker Wissenschaftler zeigen, wie sich Elektroautos rechnen

Wie sich Firmenflotten von Elektroautos kostengünstiger betreiben lassen, zeigen Saarbrücker Wissenschaftler des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz auf der Computermesse Cebit.Mehr


Anzeige



Anzeige
Neu für Vereine:
SaarZeitung

Termin melden

Text schicken


ANZEIGE
Beilagen






Anzeige