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Diskussion um geplanten Radweg in Lebach geht weiter – Stadtrat stimmt heute ab





Lebach
Diskussion um geplanten Radweg in Lebach geht weiter – Stadtrat stimmt heute ab
25. Juni 2014, 03:35 Uhr
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An der B 269 zwischen Knorscheid und Lebach führt seit zwei Jahren ein Radweg entlang. Auf einem alten Bahndamm in der Talaue der Theel (links) soll nun ein weiterer entstehen. Foto: Ruppenthal
Für die einen bedeutet er einen Gewinn zugunsten der Gemeinde, für die anderen schlicht Ärger: Die Diskussion um den geplanten „Primstal-Radweg“ und seine Anbindung nach Lebach zieht immer weitere Kreise.


 
Während sich Gegner und Befürworter eines Radweg-Neubaus in Lebach weiterhin unversöhnlich gegenüber stehen, wird der Stadtrat das inzwischen 125 000 Euro teure Bauvorhaben heute voraussichtlich beschließen. Der rund vier Kilometer lange Radweg soll die Stadt Lebach an den geplanten „Primstal-Radweg“ (von Hermeskeil nach Dillingen) anbinden und ist in der Gemeinde Lebach umstritten, weil parallel und in Sichtweite zum vorgesehenen Radweg bereits ein solcher existiert (wir berichteten).

Der bestehende Radweg entlang der B 269 wurde vor zwei Jahren für insgesamt 875 000 Euro gebaut. Gegen den nun zusätzlichen Radweg protestieren vor allem Bürger in dem zu Lebach gehörenden Ortsteil Knorscheid, durch den der neue Radweg führen soll. „Irrsinn“ nennt Knorscheids Ortsvorsteher Paul Brück den Radweg- Neubau, „weil schon jetzt kein Geld für den Erhalt und die Instandsetzung bereits bestehender Radwege und Straßen da ist“. Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat Ortsvorsteher Brück bei einem Gespräch am vorigen Mittwoch in der Staatskanzlei deutlich gemacht, dass „die Entscheidung über den Ausbau des Radweges in Lebach die handelnden Personen vor Ort treffen“. Die Landesregierung vertraue „den jeweiligen Protagonisten und mischt sich in die Entscheidungsfindung nicht ein“.

Unterdessen wirbt Lebachs Bürgermeister Klauspeter Brill (parteilos) weiter für den neuen Radweg, der in weiten Teilen auf einer alten Bahntrasse entlang führen soll. Diese Streckenführung sei für Radtouristen ebenso wie für Einheimische attraktiver als der bestehende Radweg am Rande der viel befahrenen B 269, begründet Brill die Neubau- Pläne. Von den Radtouristen erwartet er sich zudem einen Gewinn für Einzelhandel und Gastronomie in Lebach. Der Bürgermeister der mit rund 60 Millionen Euro verschuldeten Kommune versteht die Radwegs- Anbindung als politische Vision: „Irgendwo muss ich ja anfangen, Anreize für die Kommune zu schaffen, statt nur abzuwarten“, argumentiert er. Kritik und Änderungswünsche von Bürgern sollen bei dem Neubau berücksichtigt werden, sagt Brill.

Die Baukosten werden allerdings höher ausfallen als ursprünglich geplant. Während Anfang des Jahres noch die Rede war von 102 000 Euro, die Lebach schultern muss, habe sich der Betrag nunmehr auf 125 000 Euro erhöht. Brill begründet dies mit einer neuerdings verkehrsberuhigten Streckenführung des Radweges zwischen Jabach und dem Stadtzentrum von Lebach. Außerdem werde Lebach einen „kleineren fünfstelligen Betrag“ für den Ankauf der alten Bahntrasse, die für den neuen Radweg genutzt werden soll, ausgeben. Die Gesamtkosten würden aber nicht die Summe von 250 000 Euro übersteigen, die im Haushalt eingestellt sind für eine geplante und inzwischen wegen des Radwegs unnötig gewordene Brückensanierung bei Knorscheid, so Brill.

Unterdessen regt sich auch in der Nachbargemeinde Nalbach Protest an der dortigen Streckenführung des „Primstal- Radwegs“. Günther Zach vom Ortsverband des Naturschutzbunds (Nabu) kritisiert dabei nicht nur die Rodung großer Pappeln nahe des Körpricher Sportplatzes sowie Eingriffe in die Natur der Primsaue, sondern auch eine angeblich mangelnde Verkehrssicherheit für die Radtouristen. So müssten die Radler unter anderem vor Körprich die viel befahrene B 269 queren, in Körprich selbst zwei Mal die Hauptstraße und bei Bilsdorf die L 337 in „einer gefährlichen Kurve“. Nach Polizeiangaben ist diese Kurve allerdings „nicht eine statistisch belegbare Unfallhäufungsstelle“. In den vergangenen viereinhalb Jahren habe es dort jedoch acht Verkehrsunfälle mit insgesamt drei Verletzten gegeben.

Der „Primstal-Radweg“ ist dem Nalbacher Kritiker Zach aber auch deshalb ein Dorn im Auge, weil er „einen irrsinnigen Tourismus-Gedanken verfolgt: In Nalbach oder Körprich gibt’s doch nix groß zu sehen!“ Nalbachs Bürgermeister Peter Lehnert (parteilos) hält dagegen: „Ich bin keiner, der vom Tourismus träumt. Aber der Wohnwert unserer Gemeinde wird durch den Radweg steigen – und vielleicht steigen dann auch mehr Bürger aufs Rad um.“ Die vom Nabu kritisierten Eingriffe in die Natur nennt Lehnert „minimal“. Die geplante Streckenführung habe zwar mancherorts Rücksicht auf Grundstückseigentümer nehmen müssen, eine mangelnde Verkehrssicherheit der Radler sieht er aber nicht. Und an der Kurve bei Bilsdorf werde eine Tempo-30-Zone eingerichtet.

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