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St. Ingbert

SZ Business Akademie: Experte stellt Critical Chain Projektmanagement vor

Tipps, Strategien und Konzepte bietet auch am Dienstag, 5. April, die SZ - Business -Akademie. Experte Thorsten Matheis vom Unternehmen Festo referiert über das Critical Chain Projektmanagement. Im Gespräch mit der SZ erläutert er, was die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet. (Veröffentlicht am 21.03.2011)

Herr Matheis, Sie haben als Mitarbeiter der Werksdisposition des Unternehmens Festo AG & Co.KG in Rohrbach vor allem mit der sogenannten Engpassorientierung zu tun. Um welche Engpässe geht es dann beim Critical Chain Projektmanagement (CCPM)?

Matheis: Das Critical Chain Management ist eine Projektmanagementmethode, die von dem Wissenschaftler Eliyahu Goldratt entwickelt wurde. Die entscheidende Frage hierbei: „Was muss ich als nächstes tun, um mein Projektziel zu erreichen?“ anstatt „Was habe ich bereits getan?“. Das heißt, der Blick ist stets auf das Projektziel gerichtet.

Auf dieser „kritischen Kette“ des Projektes sollen die Ressourcen, also die Mitarbeiter und die Technik, so effektiv wie möglich eingesetzt werden.

Es muss klar sein, welches Arbeitspaket innerhalb des Projektes Vorrang hat. Das heißt aber auch, dass so genanntes Multitasking, also das Springen eines Mitarbeiters von einem zum anderen Teilprojekt, vermieden werden muss. Gefragt ist auch ein gutes Puffermanagement. Hier geht es um den Umgang mit Schätzungen, was die Dauer bis zur Abgabe oder Beendigung eines Projektes angeht. Die Erfahrung zeigt, dass Zeitpuffer immer bis zum letzten genutzt werden. Neben dem Multitasking ist dafür das sogenannte Studentensyndrom verantwortlich. Statt die Puffer zu nutzen um echte Probleme abzufangen, wird so spät wie möglich begonnen. Eventuell auftretende Probleme führen damit direkt zu Verzögerungen.

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Was bringt es, wenn das CCPM funktioniert? Welche Erfahrungen gibt es?

Matheis: Dieses Projektmanagement sorgt dafür, dass die Termine besser eingehalten werden und somit auch der Kostenrahmen nicht gesprengt wird. Durch zu viele und falsch platzierte Puffer kommt ein Gesamtprojekt nicht so schnell voran wie geplant. Das sollte vermieden werden. Die Zuverlässigkeit bei der Termineinhaltung steigt durch das CCPM deutlich, die Durchlaufzeiten der Projekte verkürzen sich ebenfalls. Bei Festo arbeiten wir in einzelnen Bereichen bereits seit fast drei Jahren mit dem Critical Chain Management und haben sehr gute Erfahrungen gemacht.

An wen richtet sich Ihr Vortrag und wie gestalten Sie ihn?

Matheis: Mit meiner Kollegin Tina Jutzi, die eine Diplom-Arbeit über dieses Thema geschrieben hat, gebe ich in der SZ - Business -Akademie nicht nur Unternehmern und Führungskräften oder Teamleitern Tipps, sondern auch allen Menschen, die sich ein größeres Projekt vorgenommen haben, sei es ein Student, ein Selbstständiger oder der Vertreter eines Vereines oder Verbandes. Ich arbeite mit Folien aber auch mit einem kleinen Planspiel, das die ersten Schritte des Critical Projektmanagements aufzeigt. Um sich ein eigenes Projektmanagement aufzustellen bedarf es übrigens zunächst keiner aufwändigen Computersoftware, das geht auch mit einem Blatt Papier, einem Stift und ein paar gelben Klebezetteln. dh

Das SZ - Business -Akademie -Seminar Critical Chain Management findet statt am Dienstag, 5. April, von 14 bis 18 Uhr im Festo-Lernzentrum, Obere Kaiserstraße 301, in St. Ingbert. Anmeldung und Information unter Telefon (0 68 94) 5 91 74 00

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