Nicht nur in Saarbrücken, in ganz Deutschland läuft der Absatz bei BMW derzeit glänzend: „Wir erwarten, dass 2011 das erfolgreichste Jahr für BMW in Deutschland sein wird – weltweit sind wir auf dem besten Weg zu einem Rekordjahr.“ Trotz aller Krisensignale sieht Engel beim Absatz keine Warnsignale für einen Abschwung. Weder sei der Auftragseingang zurückgegangen, noch die Absätze im Gebrauchtwagenmarkt. Letztere gelten im Autovertrieb als ein Krisenindikator.
BMW baut bei seinem Absatz sehr stark auf das Geschäft mit Geschäftskunden. Die Hälfte der Autos gehen an gewerbliche Kunden, ein gutes Drittel wird von Unternehmen für ihre Fahrzeugflotten gekauft. Bei den größeren Modellen nehmen die gewerblichen Kunden noch einen weit höheren Teil der Kundschaft ein. Während in der Krise das gewerbliche Geschäft stark zurückgegangen war, hat BMW laut Engel jetzt in diesem Bereich „größten Grund zur Freude“. Das gewerbliche Geschäft habe 2011 gut ein Viertel zugelegt.
Neue Wege beschreitet BMW im Vertrieb. In Zukunft gelte es weniger, neue Kunden zu gewinnen als vielmehr bestehende Kunden zu halten. „Wir haben unsere Bonussysteme in diesem Bereich deutlich geändert“, sagt Engel. So würden die Händler für die Loyalität und Zufriedenheit ihrer Kunden belohnt. Der Handel habe auch weiterhin eine zentrale Bedeutung bei BMW. Während der Konkurrent PSA Anfang des Jahres angekündigt hat, eine Billigmarke unabhängig vom Händlernetz auf den Markt zu bringen, unterstrich Engel die Bedeutung der Händler: „Der eigenständige, mittelständische Unternehmer war, ist und bleibt das Kernstück des BMW-Vertriebs“, sagte er. Innerhalb der kommenden Jahre würden die Händler 1000 neue Mitarbeiter einstellen. Auch BMW will die Zahl der Mitarbeiter um 2000 aufstocken.
BMW spielt auch im Markt der neuen Elektro-Fahrzeuge eine wichtige Rolle. Die beiden neuen Modelle i3 und i8, die neben dem neuen 1er BMW auf der IAA vorgestellt werden, folgen einem neuen Konzept: Hier wird der Elektro-Antrieb nicht in ein bestehendes Modell integriert, sondern die Karosserien aus Karbon wurden für die Anforderungen eines Elektro-Autos komplett neu entwickelt. „Das Interesse für die beiden Konzeptfahrzeuge ist natürlich sehr hoch“, sagt Engel. „Zunächst gehen wir jedoch noch von geringen Verkaufszahlen aus.“ Der i3 und i8 sollen in zwei Jahren in Serie gehen. Letztlich müssten sie sich preislich aber gegen sehr hochwertige Fahrzeuge durchsetzen, die mittlerweile auch einen geringen Verbrauch aufweisen. Er ist deshalb überzeugt, dass Diesel- und Benzin-Fahrzeuge noch lange den Markt beherrschen. „Große Chancen für Elektro-Autos sehen wir im Rahmen von Car-Sharing-Modellen“, sagt er. Innerhalb dieser Modelle würde dann auch ein Gefühl für die Verwertbarkeit und Effizienz – aber auch die Praktikabilität der Elektromobilität entstehen.
































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