Reich wird man damit nicht, erzählt Christine Heinzius, gerade literarische Übersetzungen seien schlecht bezahlt. Aber leben kann sie von ihrem Job, der sich nach der Geburt ihrer Zwillinge vor vier Jahren noch dazu als erfreulich familienkompatibel erwies. „Ein Jahr lang habe ich der Kinder wegen pausiert. Der Wiedereinstieg war kein Problem“, erzählt Heinzius. Jetzt arbeitet sie vormittags, wenn die Zwillinge im Kindergarten sind. „Man hat weniger Zeit, aber diese Zeit nutzt man effektiver“, so ihre Erfahrung. Zum Akquirieren neuer Aufträge kommt Christine Heinzius jedoch nicht – weniger aus Zeitgründen als vielmehr deshalb, weil es ihr dank guter Kontakte zu Lektorinnen und Empfehlungen zufriedener Auftraggeber an Arbeit nicht mangelt.
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Eher aus Zufall denn aus Neigung landen vor allem Krimis auf ihrem Schreibtisch, die sie - meist aus dem Englischen – ins Deutsche übersetzt. Zuletzt erschienen bei Blanvalet zwei Krimis von Christobel Kent in ihrer Übersetzung. Aber auch Romane, Sachbücher und Kunstkataloge überträgt Christine Heinzius ins Deutsche. „Den Kunstbereich würde ich gerne ausbauen, auch die Übersetzung von Kinderbüchern reizt mich sehr.“
Zu den Dienstleistungen, die Heinzius Verlagen anbietet, gehört auch die Erstellung von Gutachten. Zuletzt machte sie sich im Auftrag des Goldmann-Verlags „auf die Suche nach dem neuen Henning Mankell“ und las stapelweise schwedische Krimis. Für ihre Gutachten schreibt sie kurze Inhaltsangaben, um den Lektoren die Lesearbeit zu ersparen, und bewertet die Bücher nach Kriterien wie Stil, Figurenzeichnung, Schlüssigkeit der Story, aber auch im Hinblick auf ihre Verkaufschancen auf dem deutschen Buchmarkt. An der Uni hat sie all das nicht gelernt – ebensowenig wie steuerliche und versicherungsrechtliche Dinge, die man als Freiberufler wissen muss. „Das habe ich mir nach und nach selbst angeeignet“, erzählt Christine Heinzius. Da sie als Übersetzerin sozusagen als „Einzelkämpferin“ agiert, nutzt sie die Internetplattform „texttreff“, um sich mit Kolleginnen auszutauschen. Nun plant sie, saarländische Übersetzer zu einem Erfahrungsaustausch zusammenzubringen – angeregt durch das Übersetzerforum, zu dem die Europäische Kinder- und Jugendbuchmesse im Mai eingeladen hatte.

































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