Budapest. Noch einmal 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen – dann soll er perfekt sein, der größte Erfolg seit dem Olympiasieg 2008 in Peking. „Der WM-Titel bedeutet mir sehr viel. Dieses Ziel habe ich mir schon letzte Saison gesetzt“, sagte Deutschlands Vorzeige-Triathlet Jan Frodeno vor dem abschließenden der insgesamt sieben Rennen der WM-Serie an diesem Samstag (13 Uhr/ARD) in Budapest. Als erster Olympiasieger würde sich der Saarbrücker auch die WM-Krone aufsetzen – und sich damit in seiner Sportart unsterblich machen.
Ein dritter Platz würde reichen
Platz drei würde dem 29-Jährigen in der ungarischen Hauptstadt zum großen Erfolg reichen. Sollte sein Hauptkonkurrent Javier Gomez nicht gewinnen, reicht sogar eine schlechtere Platzierung. Mit großer Konstanz hat sich der Modellathlet in den bisherigen Wettkämpfen 231 Punkte Vorsprung auf den Spanier herausgekämpft. Doch taktieren gibt es für Frodeno nicht, der Gesamtführende kennt nur volle Pulle. „Ein Podiumsplatz ist nicht mein Ziel. Ich will das Rennen gewinnen – wie immer“, beschreibt er seine Zielsetzung für den Showdown. „Ein Sieg macht es auch rechnerisch am einfachsten.“
Die Konkurrenz ist aber groß. Nicht nur Gomez, der zwei der vorherigen drei Rennen gewann, ist zu beachten. Auch Topleute wie Titelverteidiger Alistair Brownlee (England), die Russen Alexander Brukhankov und Dmitry Polyansky oder der Australier Brad Kahlefeldt wollen die Saison mit einer Top-Platzierung beenden.
Gut vorbereitet
Frodeno sieht sich bestens gerüstet. „Ich habe mich schon seit London konkret auf Budapest vorbereitet“, sagte der Goldmedaillen-Gewinner von 2008, das letzte Rennen in Kitzbühel bestritt er bereits „aus dem Training raus“, wurde dennoch guter Dritter. Im Erfolgsfall wäre Frodeno, der wieder direkt am Olympiastützpunkt an der Hermann-Neuberger-Sportschule wohnt, an nach Daniel Unger bei der Heim-WM 2007 der zweite deutsche Weltmeister innerhalb von vier Jahren.
Unger sicherte sich den Titel damals in Hamburg noch in einem einzigen Rennen, Frodeno wäre der zweite Champion nach dem neuen Serien-Format. „Bei der Series muss man über extrem lange Zeit ein konstant hohes Niveau halten. Man kann auch nicht bei jedem Rennen mit absoluter Top-Form am Start sein, deshalb muss man sich seine Rennen zu Beginn der Saison raussuchen“, erklärt der Saarländer.
Die nun ihre zweite Saison beendende World Championship Series bekommt von Frodeno Höchstnoten. „Alles ist immer top organisiert, und die Lokalitäten sind einzigartig und doch so verschieden“, schwärmt er. Die Medienpräsenz hat sich durch die Konzentration auf sieben Rennen ebenfalls vergrößert. „Auch in Deutschland gibt es nicht so viele andere olympische Sportarten, die dauerhaft so präsent sind“, sagte Frodeno.
Nach dem Rennen in Budapest ist für den 29-Jährigen dann erst einmal ausspannen angesagt. „Feiern, Urlaub, Freunde treffen, Essen oder auch einfach mal nichts tun“, hat er sich für die Zeit nach dem 11. September vorgenommen. Doch davor liegen noch einmal 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen. dpa

































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